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Härtefall-Fonds: Großer Ansturm auf Notfallhilfe erwartet

Die Wirtschaftskammer wickelt ab heute Anträge auf Notfallhilfe ab.
Die Wirtschaftskammer wickelt ab heute Anträge auf Notfallhilfe ab. ©pixabay.com (Sujet)
Ab 17.00 Uhr ist das Online-Formular für den Antrag auf eine Notfallhilfe aus dem Härtefall-Fonds auf der Website der Wirtschaftskammer abrufbar.
Bis zu 6.000 Euro Unterstützung
Rasche Ausbezahlung vorgesehen

Ab heute Freitag, 17 Uhr, können Selbstständige, denen jetzt wegen der Coronakrise Umsätze und Einkommen wegbrechen, die ersten Notfallhilfen aus dem mit einer Milliarde Euro dotierten Härtefall-Notfallfonds beantragen. Da schalten die Wirtschaftskammern das Online-Formular dazu frei. Das Geld ist ein einmaliger Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Es wird ein Ansturm erwartet.

Vergabe der Notfallhilfe für Unternehmen startet

Viele Betroffene wollten vorher noch nähere Infos. "Wir bitten um Geduld, es kann derzeit zu längeren Wartezeiten kommen" hieß es in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zu Mittag.

Alle Betroffenen fänden auf wko.at/haertefall-fonds die relevanten Informationen im Frage-Antwort (FAQ) aufbereitet. Auf diesem Link steht dann ab 17.00 Uhr auch das Onlineantragsformular.

Anträge können nur über Onlineformular gestellt werden

Die Website der Kammer war schon seit der Früh hochfrequentiert, bis zum frühen Nachmittag sind auch viele Anrufe bei den Kammern eingegangen. Eine Wirtschaftskammer-Sprecherin machte darauf aufmerksam, dass die Anträge nur über das Onlineformular gestellt werden können und nicht am Telefon. Die Serverkapazitäten wurde entsprechend erhöht.

Ein hoher Andrang sei natürlich erwartet worden und logisch, aber nicht nötig, sagte die Sprecherin zur APA. Fördermittel für die kommenden Anträge seien ausreichend vorhanden. "Wir appellieren nochmals an alle Antragsteller: Der Antrag muss nicht heute um 17:00 Uhr gestellt werden. Wir sind auch Samstag und Sonntag mit Hunderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einsatz, die die Anträge rasch bearbeiten."

Bei vielen Betroffenen muss es mit diesem Sicherheitsnetz sehr schnell gehen. Anträge können grundsätzlich von heute, dem 27. März, bis 31. Dezember 2020 gestellt werden.

Soforthilfe von bis zu 6.000 Euro möglich

Neue Selbstständige, freie Dienstnehmer, Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstunternehmer mit bis zu neun Mitarbeitern erhalten aus dem Härtefallfonds eine "Soforthilfe" von bis zu 1.000 Euro, die schon kommende Woche ausbezahlt werden kann. Letztlich sind in Summe bis zu 6.000 Euro Unterstützung möglich.

Anspruchsberechtigt sind Ein-Personen-Unternehmer, Kleinstunternehmer, die weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen und maximal 2 Mio. Euro Umsatz oder Bilanzsumme aufweisen, erwerbstätige Gesellschafter, die nach GSVG/FSVG pflichtversichert sind, neue Selbstständige wie z.B. Vortragende und Künstler, Journalisten, Psychotherapeuten, freie Dienstnehmer wie Trainer oder Vortragende sowie Freiberufler (wie etwa im Gesundheitsbereich). Eine Wirtschaftskammermitgliedschaft ist nicht Voraussetzung.

Wer gilt als Härtefall? Die Kriterien

Als Härtefall ist definiert, wenn ein Unternehmer bzw. eine Unternehmerin nicht mehr in der Lage ist, die laufenden Kosten zu decken oder ein behördlich angeordnetes Betretungsverbot oder ein Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent zum Vergleichsmonat des Vorjahres vorliegt. Im letzten abgeschlossenen Wirtschaftsjahr darf das Einkommen maximal 80 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage betragen haben, als Untergrenze für Zuschussanträge gelten Einkünfte von zumindest 5.527,92 Euro pro Jahr.

Ausgeschlossen von der Förderung sind Unternehmen, die nach dem 31. Dezember 2019 gegründet worden sind.

Auch land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Non-Profit-Organisationen können Zuschüsse beantragen, allerdings anhand eigener Förderrichtlinien, die von den zuständigen Ministerien noch ausgearbeitet werden. Hier gab es zuletzt noch keinen genauen Zeitpunkt für die erstmögliche Antragstellung.

In erster Stunde 5.000 Härtefonds-Hilfsanträge

Nach gut einer Stunde waren rund 5.000 Anträge eingelangt, die ersten seien bereits zur Zahlung freigegeben, teilte eine WKÖ-Sprecherin der APA mit.

Damit sollten die ersten Gelder ab Wochenbeginn auf den Konten der Unternehmer sein. Die Wirtschaftskammer Österreich wickelt die Förderungen ab. Unter dem Link https://wko.at/haertefall-fonds können die Betroffenen auf der Kammer-Website ihre Zuschuss-Anträge stellen.

Technische Schwierigkeiten

Nach ersten Anfangsschwierigkeiten hat die Online-Antragstellung dann reibungslos funktioniert. Der Server war in den ersten Minuten zeitweise überlastet, als fast 200.000 Antragsteller gleichzeitig auf der Seite waren.

Als Soforthilfe, die in den nächsten Tagen fließen soll, werden bis zu 1.000 Euro ausgezahlt, über drei Monate verteilt sind es bis zu 6.000 Euro. Anträge können bis Dezember gestellt werden.

(APA/Red)

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