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Haban-Verdächtiger: Spektakuläre Verhaftung

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Der ehemals im Haban-Mord Verdächtige wurde auf italienischer Autobahn von Polizisten gestellt - ohne zu zögern, gab der "Schwerkriminelle" Gas und überfuhr einen 28-jährigen Polizisten, dieser starb.

Der Italiener Michele D., der verdächtigt worden war, bei einem Raubversuch auf den Wiener Juwelier Haban 1998 die tödlichen Schüsse auf den Geschäftsführer Siegfried Goluch abgefeuert zu haben, ist am Dienstagabend im Zusammenhang mit dem Tod eines italienischen Polizisten festgenommen worden. Der 30-Jährige wurde auf einer Autobahn unweit der norditalienischen Stadt Reggio Emilia verhaftet.

D. war im Prozess um den „Haban-Mord“ in Bologna zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. In der Berufungsverhandlung wurde er im März 2002 jedoch freigesprochen, was das Kassationsgericht in Rom später formell bestätigte.

Polizisten überfahren

Der 30-Jährige, der in italienischen Ermittlerkreisen als „Schwerkrimineller“ bezeichnet wird, war am Dienstag mit einem zweiten Mann auf der Autobahn in einem Porsche unterwegs, den er in der Lombardei gestohlen hatte. Die Polizei, die dem Wagen auf der Spur war, wollte D. unweit der Abfahrt in Richtung Reggio Emilia stoppen. Der 28-jährige Beamte Stefano Biondi versuchte mit einer Pistole in der Hand, D. zum Aussteigen aus dem Auto zu zwingen. Der Kriminelle gab jedoch Gas und überfuhr den Polizisten.

Zwei Kilo Kokain im Porsche

Die Kollegen Biondis feuerten mehrere Pistolenschüsse auf den Porsche. D. und sein Komplize mussten anhalten und wollten zu Fuß flüchten. Sie wurden jedoch verletzt und festgenommen. D. wurde in ein Krankenhaus in Reggio Emilia gebracht. Im Porsche entdeckten die Polizisten unter anderem zwei Kilogramm Kokain und eine Waffe.

Michele D., dem Kontakte zur Mafia nachgesagt werden, hatte Mitte der neunziger Jahre Überfälle auf Banken, Wechselstuben und Juweliere begangen. Nachdem dem Freispruch im Fall Haban im März 2002 befand er sich wieder auf freiem Fuß.

Bestürzung über Tod des Polizisten

Der Tod des 28-jährigen Polizisten Stefano Biondi, hat in Italien bestürzte Reaktionen ausgelöst. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi sprach den Familienangehörigen sein Beileid aus. Auch Italiens stärkste Regierungspartei, die Forza Italia um Ministerpräsident Silvio Berlusconi, erklärte sich in einem Telegramm an die Familie über den Tod des Polizisten „bei der Erfüllung seiner Pflicht“ zutiefst erschüttert.

„Biondi war einer unserer besten Polizisten. Er war wegen seines Engagements und seiner Freigiebigkeit in der ganzen Stadt bekannt“, sagte ein Sprecher der Polizei im norditalienischen Reggio Emilia, wo Biondi zu Hause war.

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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