ÖH-Wahlen: AG bleibt stärkste Kraft

Der Spitzenkandidat der AG: Samir Al-Mobayyed
Der Spitzenkandidat der AG: Samir Al-Mobayyed © APA
Bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) 2009 hat die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) ihre Stellung als stärkste Kraft in der Bundesvertretung (BV) ausgebaut.

Sie kommt auf 22 der voraussichtlich 85 Mandate, das ist ein Plus von zwei Sitzen gegenüber der letzten Wahl 2007. Auf Platz zwei liegen ex aequo die parteiunabhängigen Fachschaftslisten (FLÖ) mit voraussichtlich 15 Sitzen (plus zwei) und die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS, wie bisher 15). Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) sackte auf acht Mandate ab (minus drei). Die detaillierten Ergebnisse von Uni Graz und Technischer Uni Graz liegen zwar noch nicht vor, die Mandate für die BV sind aber unstrittig. Die Wahlbeteiligung sank auf rund 25 Prozent (Ergebnis von 18 Unis).

Von den kleineren Fraktionen haben voraussichtlich die beiden getrennt angetretenen kommunistischen Listen je ein Mandat errungen, bisher war nur der Kommunistische StudentInnen Verband (KSV) im Studentenparlament, die Linke Liste nicht. Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) dürfte sein Mandat nach einer Zitterpartie knapp verteidigt haben, die Jungen Liberalen StudentInnen (Julis) sind dagegen fix draußen. Zwei Mandate gehen an fraktionslose Listen, die den FLÖ nahestehen dürften.

Vom heuer erstmals durchgeführten E-Voting machten rund 2.200 der 230.000 Wahlberechtigten Gebrauch. Damit sah Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) sein Ziel von einer Beteiligung von einem Prozent knapp erreicht. Allerdings verzögerten offenbar Anlaufschwierigkeiten mit dem im Zuge des E-Voting eingesetzten Wahladministrations-System die Stimmauszählung massiv. Im Vergleich zu den Vorjahren ging die Ergebnis-Bekanntgabe wesentlich langsamer vor sich, von zwei Unis lagen nur unvollständige Ergebnisse vor.

Dass die VP-nahe Aktionsgemeinschaft (AG) den ersten Platz verteidigte, ist für Hahn “sehr o.k.” Die Legitimation der ÖH als Studentenvertretung sieht Hahn auch durch die geringere Wahlbeteiligung nicht in Frage gestellt: “Sie ist die gewählte, öffentlich-rechtliche Studentenvertretung”, egal ob sie von 24 oder 40 Prozent der Studenten gewählt worden sei.

Damit stehen zwar die Ergebnisse an den Universitäten fest, die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesvertretung sind allerdings noch nicht klar. So wird rund ein Viertel der insgesamt 85 Mandate in der Bundesvertretung von Vertretern der Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen besetzt, die von den einzelnen Hochschulen erst in den nächsten Wochen bestimmt werden.

Für eine Mehrheit in der BV sind 43 Mandate nötig. Dafür müssen sich allerdings mindestens drei Fraktionen zusammenschließen – was für lange Koalitionsverhandlungen sorgen wird. Letzter Termin für die Konstituierung der Bundesvertretung ist der 30. Juni. Jedenfalls haben bereits alle vier großen Fraktionen den Anspruch auf eine Beteiligung in der ÖH-Exekutive gestellt. Dazu kommt eventuell noch eine große Fraktion, die durch den Zusammenschluss aller Mandatare der Fachhochschulen entstehen könnte.

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