"Gute Nacht Österreich": Peter Klien kehrt nach einem Jahr zurück

Peter Klien kehrt zurück.
Peter Klien kehrt zurück. ©APA/ORF/Roman Zach-Kiesling
Nach einem Jahr Bedenkzeit kehrt Peter Klien wieder mit "Gute nacht Österreich" zurück. Das neue Konzept ist fünf Minuten kürzer, dafür ist Klien mehr als Reporter im Außeneinsatz.

Als unerschrockener wie unseriöser ORF-Reporter hat Peter Klien große Bekanntheit erlangt und startete schon bald mit der eigenen Late-Night-Satiresendung "Gute Nacht Österreich" durch. Sie blieb quotentechnisch unter den Erwartungen, bald wurde eine Überarbeitung angefordert. Nach einem Jahr Nachdenkpause kehrt die Sendung am Freitag, 14. Jänner, um 23.10 Uhr zurück. Im APA-Interview zeigt sich Klien über den neuen Sendeplatz erfreut und verspricht: "Es gibt keine Grenze."

APA: Nach rund einem Jahr Pause kehren Sie am 14. Jänner mit "Gute Nacht Österreich" auf den TV-Schirm zurück. Der damalige ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat sich ein neues Konzept gewünscht. Worauf darf sich die Zuseherschaft einstellen?

Klien: Es wird im Prinzip dieselbe Sendung sein. Daher heißt sie auch wieder "Gute Nacht Österreich". Wir haben einen sanften Relaunch gemacht, der viele altbewährte und ein paar neue Elemente vorsieht. Die Hauptänderung wird sein, dass wir die Sendung an meine Stärken angepasst haben und ich als Reporter verstärkt Außenreportagen machen werde. Nicht nur wie bisher ab und zu, sondern jede Woche und das auch in längerer Form. Die Sendung wird auch ca. fünf Minuten kürzer sein.

Die Zusammenarbeit mit der Rechercheplattform "Dossier", die damals längere Erklärstücke für die Sendung lieferte, ist beendet?

Klien: Es wird auf jeden Fall weiterhin einen Sendungsschwerpunkt mit einem aktuellen Thema der Woche geben, der mit Hintergründen aufbereitet und in gewohnter Manier - relevant, bissig, scharf - auserzählt wird. Aber es wird ein bisschen kürzer sein. Es hat sich gezeigt, dass wir uns als Comedysendung keine eigene Investigativredaktion leisten können. Keine der vergleichbaren Sendungen im deutschsprachigen Raum hat eine. Wir setzen künftig auf einen guten Mix aus eigenen Redakteurinnen und Redakteuren, externen Journalistinnen und Journalisten und auch "Dossier". Deren Recherchen möchte ich auch in Zukunft immer wieder einbauen und punktuell Kooperationen machen.

Es wurde gemunkelt, dass die Zusammenarbeit mit "Dossier" aufgrund unliebsamer Berichte beendet wurde.

Klien: Das stimmt so nicht. Ich bin auch weiterhin in sehr gutem Kontakt mit "Dossier".

Gab es schon Interventionen vonseiten des ORF?

Klien: Der ORF ist sich seines Auftrags als öffentlich-rechtlicher Sender bewusst. Er weiß genau, dass Politsatire im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehr gut aufgehoben und ein Markenzeichen für einen gut aufgestellten ORF ist. Wir haben die Freiheit, die wir uns wünschen.

Wie gehen Sie damit um, dass Sie in gewissen Kreisen als ORF-Reporter schon große Bekanntheit erlangt haben? Wird es dadurch schwieriger, Befragte mit ihrer fehlenden, dem ORF aber zugeschriebenen Seriosität zu überrumpeln?

Klien: Es ist immer wieder lustig, Politiker selbst im Nationalrat zu treffen, die mich immer noch nicht ganz zuordnen können. Da wird man sich fragen müssen, ob der- oder diejenige ihren Beruf zu Recht gewählt hat. Aber der Charakter der Reportagen hat sich über die Jahre natürlich verändert. Diese Form des journalistischen Partisanenkampfs, wo ich mit ernster Miene aus dem Gebüsch herausspringe und die unmöglichsten Fragen stelle, ist leider vorüber. Die Herausforderung bleibt für die Politikerinnen und Politiker allerdings die gleiche: Sie können sich nicht wirklich darauf vorbereiten, was ich mit ihnen besprechen möchte und haben Schweißperlen auf der Stirn, wenn sie mich sehen.

Wäre es denkbar, dass Sie auch Corona-Maßnahmengegner aufs Glatteis führen oder ziehen Sie angesichts deren oft wenig freundlichen Einstellung zum ORF eine Grenze?

Klien: Es gibt keine Grenze. Ich hab mir diese Form der Arbeit nicht ausgesucht, um meine Feigheit zu pflegen. Allerdings ist die Art Beitrag, die ich gerne gestalte, dort nicht zu machen, wie sich gezeigt hat. Dort kommt dem ORF sehr viel Ablehnung, großes Misstrauen und mittlerweile Hass entgegen.

Große Bekannt- und Beliebtheit erlangten Sie als "Willkommen Österreich"-Reporter. Stand jemals im Raum, dorthin zurückzukehren?

Klien: Es war natürlich eine Möglichkeit. Wir haben es besprochen, aber es hat sich gezeigt, dass es mit der eigenen Show weitergehen kann. Damit war das obsolet.

Warum haben Sie "Willkommen Österreich" ursprünglich verlassen?

Klien: Ich bin bis heute im besten Einvernehmen mit Dirk Stermann, Christoph Grissemann und dem gesamten Team. Ich habe ganz einfach das Angebot bekommen, eine eigene Sendung zu moderieren und da bin ich dann auch zu neugierig gewesen, um das nicht ausprobieren zu wollen.

"Willkommen Österreich" ist nach Startschwierigkeiten ebenfalls mit einem neuen Konzept zurückgekehrt und kann mittlerweile auf über 500 Sendungen verweisen. Wird es bei Ihnen ähnlich laufen?

Klien: Sepp Forcher hat mit 90 Jahren seine letzte Show moderiert. Das möchte ich ausschließen, soweit lege ich mich fest. Das Geschäft kann man nicht planen, aber ich gehe mit viel Vergnügen und Vertrauen in dieses erste Jahr der Neuauflage. Ich freue mich sehr, dass ich Freitagnacht ein Comeback geben kann. Es ist der ideale Termin für einen solchen satirischen Wochenrückblick. Hier sitzt das kabarettaffine Publikum vor dem Fernseher.

Wann erachten Sie eine der kommenden "Gute Nacht Österreich"-Sendungen als geglückt?

Klien: Sie soll gute Unterhaltung und überraschende, spektakuläre Reportagen liefern. Auch muss sie inhaltlich relevant sein und Zusammenhänge eröffnen, die man bisher so nicht im Blick hatte. Wenn eine Sendung diesen Mix erfüllen kann, ist es für mich die ideale Sendung.

(APA/red)

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