Gustafsson glaubt nach Gruppensieg sogar ans EL-Finale

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg will nach dem vorzeitigen Gruppensieg in der Europa League mehr. Einige träumten nach dem 2:1-Heimsieg am Mittwochabend über Lazio Rom sogar schon vom ganz großen Coup.
Italienische Pressestimmen zu Salzburg - Lazio
“Im Fußball ist alles möglich”, betonte etwa Salzburg-Kapitän Eddie Gustafsson, als er gefragt wurde, ob das Finale für das Team von Huub Stevens zu schaffen ist. Schließlich hat der niederländische Coach bereits Außenseiter Schalke 04 im Jahr 1997 zum UEFA-Cup-Triumph geführt.

Und auch die Salzburger waren schon einmal im Finale des Europa-League-Vorgängerbewerbs: 1994 schaffte der SV Salzburg unter der kroatischen Trainerlegende Otto Baric den Vorstoß in die UEFA-Cup-Endspiele, die jeweils knapp 0:1 gegen Inter Mailand verloren gingen. Die Basis zu diesem für Österreich historischen Fußball-Erfolg wurde übrigens fast auf den Tag genau vor 16 Jahren gelegt, als das Baric-Team im Achtelfinal-Rückspiel am 7. Dezember 1993 einen 3:0-Triumph nach Verlängerung über Sporting Lissabon feierte.

Doch eine Wiederholung dieses Kunststücks liegt noch in weiter Ferne, zunächst einmal gelte es weiter Schritt für Schritt zu machen, wie Stevens anmerkte. “Wir werden auch in der K.o-Phase von Spiel zu Spiel denken”, kündigte der Trainer an, der um die Stärke seiner Mannschaft weiß. “Wir können uns mit der Aufgabe noch steigern”, bekräftigte der 56-Jährige, der “nie zu träumen gewagt hatte, dass wir am Ende Erster in dieser Gruppe sind”.

Gefragt nach dem Erfolgsgeheimnis lautete seine Antwort: “Wir sind relativ rasch zu einem Team geworden – mit Harmonie und guter Stimmung, auf dem Platz und auch neben dem Platz. Und das Wichtigste ist, dass alle bereit sind, alles zu geben. Jeder Spieler bringt, was er bringen kann.”

Stevens war heilfroh, dass der Einzug in die K.o.-Runde vorzeitig fixiert wurde. “Es war wichtig, jetzt schon die Vorentscheidung zu finalisieren. Wenn wir in Villarreal noch etwas hätten holen müssen, dann hätten wir sehr schlechte Karten gehabt”, weiß der Niederländer um die Stärke des spanischen Vizemeisters von 2008, der sich ebenfalls am Mittwochabend mit einem 2:0 beim punktlosen Tabellenschlusslicht Lewski Sofia vorzeitig das Sechzehntelfinalticket sicherte.

In Salzburg sorgte Somen Tchoyi mit seinem Supertreffer in Minute 78 zum 2:1-Endstand für die Entscheidung. “Somen ist Somen – und zwar grenzgenial. Er war vor dem Tor überhaupt nicht im Spiel, und ich hoffe, dass er wieder mehr Konstanz in sein Spiel bringt”, sprach Stevens auch in der Stunde des Triumphs die Leistungsschwankungen des 26-jährigen Kameruners an.

Rundum zufrieden ist der Niederländer dagegen mit dem neuen “Leitbullen” Gustafsson (“Er spielt eine hervorragende Saison”), der eigentlich in die Mozartstadt gewechselt war, um in Europas Eliteliga dabei zu sein. Doch die fünf Siege in den fünf Spielen der Europa-League-Gruppe G haben für den schwedischen Keeper nun fast denselben Stellenwert.

“Ich habe immer geträumt, einmal in der Champions League zu spielen. Jetzt sind wir in dieser starken Gruppe weiter, das zählt für mich fast gleich viel”, erklärte Gustafsson, der auch schon seinen Lieblingskonkurrenten für die Auslosung am 18. Dezember nannte: “Mein Wunschgegner im Februar ist Bayern München. Ich hoffe, dass dann das Stadion voll sein wird.” Denn am Mittwochabend war im Stadion Wals-Siezenheim noch Platz für fast 4.000 Zuschauer, 26.270 wurden in der maximal 30.188 Besucher fassenden Arena gezählt.

Salzburg-Torjäger Marc Janko war zwar ebenfalls überglücklich über den geschafften Aufstieg, wollte aber noch nicht von Fußball-Historie sprechen. “Geschichte kann man erst schreiben, wenn wir im Finale stehen”, sagte Janko, diese Aussage aber sogleich ein wenig revidierte. “Dass wir unter den besten 32 europäischen Mannschaften sind, ist sensationell.”

Doch zuvor steht noch am 17. Dezember das letzte Gruppenspiel in Spanien auf dem Programm. “Wir wollen jetzt auch in Villarreal gewinnen und keinen Ausflug dorthin machen”, versprach der Schweizer Verteidiger und Einwurfspezialist Christian Schwegler für das letzte Saisonspiel noch einmal vollen Einsatz.

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