Gusenbauer war der Offensivere

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ÖVP-Spitzenkandidat Schüssel war im Kanzler-Duell gegen SP-Chef Gusenbauer defensiver, hatte aber mehr Redezeit. Kritik gegen Selbstdarstellung.

Herausforderer Gusenbauer setzte in der Konfrontation stärker auf Kritik und Angriff, Amtsinhaber Schüssel versuchte es dagegen überwiegend mit Selbstdarstellung. Das hat eine Analyse der Innsbrucker APA-Tochter MediaWatch ergeben.

Kernpunkt der Debatten-Analyse: Während bei Amtsinhaber Schüssel nur 39 Prozent der Aussagen offensiven Charakter hatten, versuchte Gusenbauer in 46,5 Prozent der Fälle ein Thema vorzugeben oder Kritik zu üben. Einen defensiven Argumentationsstil Gusenbauers erkannten die MediaWatch-Experten nur in 16,3 Prozent der Fälle, bei Schüssel machte die Defensive 29,6 Prozent aus (den Rest auf 100 Prozent machen übrigens neutrale Aussagen aus).

Dementsprechend hoch ist freilich auch der „Negative Campaigning“- Anteil Gusenbauers: 63 Prozent der Negativ-Aussagen in der Debatte (also Kritik und Angriff) stammten von Gusenbauer, nur 37 Prozent von Schüssel. Beim so genannten „Positive Campaigning“ (Selbstdarstellung, Darstellung politischer Ziele) lag Schüssel vorne – mit 76 zu 24 Prozent. Außerdem hatte Schüssel knapp eine Minute mehr Redezeit.

Das Kanzlerduell sei „eindeutig auf Sachpolitik fokussiert“ gewesen, urteilt MediaWatch. Dominante Themen waren demnach „Pflege und Gesundheit“ sowie die Bildungs- und Arbeitspolitik – also eher „sozialdemokratische“ Themen. Wahlkampfstil, BAWAG und Koalitionsspekulationen spielten dagegen insgesamt nur eine untergeordnete Rolle. Beide Diskutanten – vor allem aber Schüssel – stützen ihre Argumente auf Daten und Statistiken. Gusenbauer zitierte hingegen öfter „den Mann/die Frau von der Straße“.

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