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Guillermo del Toro zum besten Regisseur bei den 90. Oscars ausgezeichnet

Guillermo del Toro hat den Regie-Oscar 2018 erhalten
Guillermo del Toro hat den Regie-Oscar 2018 erhalten ©AFP
Der 53-jährige Mexikaner Guillermo del Toro hat für seine Fantasyromanze "Shape of Water" bei der 90. Oscarverleihung die Auszeichnung für den besten Regisseur erhalten.

 Del Toro setzt mit seinem Triumph den Erfolgslauf mexikanischer Regisseure bei der Oscar-Verleihung in den vergangenen Jahren fort. Schließlich hatten von 2014 bis 2016 mit Alfonso Cuaron (“Gravity”) und Alejandro Gonzalez Inarritu (“Birdman” und “The Revenant”) Filmemacher aus dem mittelamerikanischen Land drei Jahre in Folge den Oscar für die beste Regie für sich reklamieren können. Heuer setzte sich der Horrorfilmfan Del Torogegen Christopher Nolan (“Dunkirk”), Jordan Peele (“Get Out”), Paul Thomas Anderson (“Phantom Thread”) und auch die zuletzt als Geheimfavoritin gehandelte Greta Gerwig (“Lady Bird”) durch.

Guillermo del Toro: Märchenonkel mit Hang zum Bizarren

Mit “Shape of Water” hat Guillermo del Toro eine bildgewaltige Fabel gegen die Angst vor dem Unbekannten auf die Kinoleinwand gebracht – jetzt ist der 53-jährige Mexikaner für die märchenhafte Liebesgeschichte zwischen einer stummen Putzfrau und einem Wassermann mit dem Oscar für die beste Regie ausgezeichnet worden. “Shape of Water ist ein Märchen für unruhige Zeiten”, sagt der Preisträger.

Damit ist Del Toro auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen und setzt als dritter Oscarpreisträger den jüngsten Siegeszug der mexikanischen Filmemacher in Hollywood fort. Seine Herkunft hat den Regisseur entscheidend geprägt. “Ich bin Mexikaner”, lautete seine lapidare Antwort, als ihn eine Journalistin kürzlich fragte, wie er die dunkle Seite des Menschsein so trefflich mit der Lebensfreude verbinde.

Als Kind einen Pakt mit Monstern geschlossen

Del Toro hat ein Faible für Märchen, für das Bizarre und Andersartige. Bereits als Kind habe er einen Pakt mit den Monstern geschlossen, die ihm im Dunkeln erschienen, sagt er. Mit der Zeit habe er sich entschieden, sie zu den Hauptfiguren seiner Geschichten zu machen. Bereits in “Hellboy” (2004) und “Pan Labyrinth” (2006) erschuf Del Torovielschichtige Fantasiewelten. Die Ergründung des Anderen zieht sich wie ein roter Faden durch sein zehn Spielfilme umfassendes Werk. “Ich wurde in Mexiko geboren und war schon immer auf viele Weisen anders”, sagte er kürzlich in einem Interview.

Del Toro kam am 9. Oktober 1964 im mexikanischen Guadalajara zur Welt und lebt mittlerweile in den USA und Kanada. Er gilt als besessener Sammler von Comic-Büchern und akribischer Perfektionist, der oft jahrelang an der Entwicklung seiner Projekte arbeitet. Er ist gut mit den mexikanischen Oscarpreisträgern Alfonso Cuaron und Alejandro Inarritu befreundet. Del Toro setzt mit “Shape of Water” auch ein politisches Statement gegen die Arroganz der Macht und die Intoleranz gegenüber dem Fremden. “Der Film ist ein Lobgesang auf die Unterschiedlichkeit”, sagt er.

(APA/Red.)

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