Grüne feiern ihren 25er

Die momentane Chefin, Eva Glawischnig.
Die momentane Chefin, Eva Glawischnig. ©APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH
Happy Birthday, Grüne! Langsam, aber beständig ist die ehemalige Ökopartei in ihren 25 Jahren im Nationalrat gewachsen: Von 1986 4,8 Prozent und acht Abgeordneten auf  10,4 Prozent und 20 Abgeordnete.

510.000 Österreicher haben sich 2008 für sie entschieden – mehr als doppelt so viele wie 1986, als ihnen 234.000 Stimmen erstmals in den Nationalrat verhalfen. Seit dem Ende von Schwarz-Blau stagnieren die Grünen allerdings, bei einigen Landtagswahlen gab es sogar Einbußen. Aber sie blieben in allen Landtagen – und sind in zwei Ländern, Oberösterreich und Wien, Regierungspartei.

Keine spektakulären Wahlen für die Grünen

Große Rückschläge gab es für die Grünen auf Bundesebene bisher wenige. Nur zwei ihrer bisher acht Nationalratswahlen bescherten ihnen ein Minus: Bei der vorigen Wahl 2008 verloren sie 0,7 Prozentpunkte und ein Mandat – was allerdings verschärft wurde dadurch, dass sie vom (2006 erstmals eroberten) dritten auf den fünften Platz (hinter FPÖ und BZÖ) zurückfielen. Damit war nach zwei Jahren der Posten des Dritten Nationalratspräsidenten wieder weg.

1995: Aufgerieben zwischen den Großen

Einen größeren Einbruch hatte es 1995 gesetzt, minus 2,5 Punkte bzw. vier Mandate weniger – wo die Grünen in der von der ÖVP initiierten Neuwahl in der scharfen Auseinandersetzung zwischen Rot und Schwarz auf der Strecke blieben. Den bisher größten Misserfolg auf Bundesebene bescherte ihnen aber die vorige EU-Wahl: 3,0 Prozentpunkte verloren die Grünen 2009, nachdem sie den Spitzenkandidaten Johannes Voggenhuber gegen Ulrike Lunacek austauschten.

Voggenhuber hält mit den 12,9 Prozent bei der EU-Wahl 2004 auch den Grünen Rekord auf Bundesebene. Das beste Nationalratsergebnis gelang 2006 mit 11,1 Prozent. Parteichef war damals Alexander van der Bellen. In seinen elf Jahren an der Spitze – von 1997 bis 2008 – konnten sich die Grünen die längste Zeit über gute Wahlergebnisse freuen, sowohl im Bund als auch in den Ländern. Wie die SPÖ profitierten auch die Grünen von Schwarz-Blau, von 2000 bis 2006 erlebten sie massive Zuwächse bei fast allen Wahlen.

Sprung auf 15 Prozent bleibt noch aus

Das von Van der Bellen bei seinem Amtsantritt 1997 ausgerufene Ziel von zehn Prozent erreichten sie bei der NR-Wahl 2006, auch 2008 blieben sie knapp zweistellig. Aber die zu Beginn von Schwarz-Blau von Van der Bellen genannten 15 Prozent einer “kleinen Mittelpartei” blieben ihnen bisher verwehrt. Seit der Wiederbelebung der Großen Koalition nach der Wahl 2006 kamen die Grünen nicht mehr recht vom Fleck. Bei einigen Landtagswahlen – in Tirol 2008, Kärnten 2009, Burgenland und Wien 2010 – verloren sie sogar in größerem Ausmaß Wähler.

Auch der neuen Parteiführung unter Eva Glawischnig ist es bis zu den bisher letzten Wahlen im Vorjahr nicht gelungen, das Ruder herumzureißen. So setzen auch die Bundes-Grünen große Hoffnung in die Regierungsbeteiligung in der Bundeshauptstadt. Im Bund – wo spätestens 2013 die nächsten Wahlen anstehen – zeichnet sich die dafür nötige Mehrheit mit den Grünen allerdings nicht ab.

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