Größte "Schuhwelt" Europas

Leder & Schuh-Vorstand Thomas Ridder &copy APA
Leder & Schuh-Vorstand Thomas Ridder &copy APA
Schuhliebhaber kommen in Wien künftig noch mehr auf ihre Kosten: Am Freitag um 10 Uhr öffnet Europas größtes Schuhhandelsgeschäft in der Wiener Mariahilfer Straße 39 seine Pforten.

Am bisherigen Standort des „Virgin Megastore“, dessen Betreiber Ende 2004 Ausgleich anmelden musste, hat die Grazer Schuhhandelskette Leder & Schuh AG einen neuen „Flagship-Store“ für ihre Marke „Humanic“ angesiedelt. Auf mehr als 3.000 Quadratmetern in drei Stockwerken warten 100.000 Paar Schuhe auf Käufer.

Eine Million Kunden jährlich

Das Leder & Schuh-Vorstandsduo Thomas Ridder und Gottfried Maresch hoffen auf rund eine Million Besucher jährlich. „Jeder zweite Einwohner sollte uns einmal im Jahr besuchen“, erklärte Maresch. Etwa 80 Mitarbeiter sollen in der künftigen „größten Schuhwelt Europas“ werken. Ein amerikanisches Designer-Team gestaltete die neue „Schuhwelt“, deren Jahresmiete sich auf gut eine Million Euro beläuft.

„Wir setzen damit einen Meilenstein in der wichtigsten Einkaufsstraße Österreichs“, erklärte Leder & Schuh-Vorstandschef Ridder am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Der heimische Schuh-Marktführer – mit einem Marktanteil um 25 Prozent – hat erst Mitte Mai einen fast gleich großen Schuhtempel in der Kölner Schildergasse eröffnet, ebenfalls einer ersten Einkaufsadressen Europas.

Wachstumsphase

„Während die Branche stagniert, erleben wir unsere beste Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg“, erklärte Ridder. Seit 1991 schrumpfte der heimische Schuhabsatz insgesamt um 28 Prozent, auch die durchschnittliche „Kopf-Quote“ („Schuhe pro Kopf und Jahr“) sank von mehr als sechs auf viereinhalb Paar, wobei Frauen wesentlich kauffreudiger sind. 2004 gab es nach drei rückläufigen Jahren in der Branche erstmals wieder ein leichtes Umsatzplus von 1,2 Prozent. Im Unterschied dazu habe Leder & Schuh in den vergangenen sechs Jahren zusammen 45 Prozent Umsatzplus verzeichnet, rund 6,4 Prozent jährlich.

Die Grazer Leder & Schuh AG erzielte 2004 mit ihren Marken-Töchtern Humanic, Corti, Dominici, Jello, Shoe 4 You und Top Schuh einen Gesamtumsatz von 338 Mio. Euro (+6,3 Prozent) und damit den höchsten Wert in der dokumentierten Geschichte des ursprünglich 1872 gegründeten Betriebs. Der Betriebserfolg (EBIT) stieg um 67 Prozent auf 15 Mio. Euro. Für das laufende Jahr 2005 wird ein Umsatzplus „im einstelligen Bereich“ bei einem stabilen Ergebnis erwartet. Bis dato liegen die Umsätze auf dem Niveau des Vorjahres.

Nach der starken Expansionsphase des vorigen Jahres und heuer müsse das Wachstum jetzt erst einmal „verdaut“ werden, hieß es. Weitere Großprojekte seien vorerst nicht geplant. In Österreich sei die Marktdichte bereits erreicht, hier setzt Leder & Schuh nur noch auf qualitatives Wachstum. „Wir versuchen, uns dem in der Branche üblichen saisonalen Denken zu entziehen und laufend günstige modische Modelle anzubieten“, sagte Maresch.

Leder & Schuh betreibt aktuell 281 Standorte in sechs Ländern – außer Österreich noch in Deutschland, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. In der Wiener Mariahilfer Straße ist Humanic bereits mit zwei anderen Standorten (Hausnummer 1b und 94) vertreten. Ähnliche „Flagship-Stores“ gibt es u.a. in Graz, der Shopping City Süd (SCS) bei Wien oder in Linz.

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