Großbritannien: Erster schwarzer Erzbischof

In einer feierlichen Zeremonie ist der erste Erzbischof schwarzer Hautfarbe in Großbritannien am Mittwoch in sein Amt eingeführt worden. Er ist nun zweithöchster anglikanischer Würdenträger.

Der in Uganda geborene John Sentamu (56) empfing in der Kathedrale der nordenglischen Stadt York die Bischofsweihe und wurde anschließend als zweithöchster Würdenträger der anglikanischen Kirche und der 70 Millionen Gläubige umfassenden anglikanischen Weltgemeinschaft nach dem Primas und Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, inthronisiert.

Afrikanische Gesänge und Trommeln begleiteten die Feier. Mehr als 3000 Menschen waren zu dem Gottesdienst gekommen. Die Church of England hofft, dass Erzbischof Sentamu die Verbindung zwischen Kirche und Gläubigen wiederbeleben kann. Der Afrikaner habe eine „erfrischende Art, die christliche Botschaft zu übermitteln“, kommentierte der britische Sender BBC. Gleichzeitig teile er die traditionellen Anschauungen der Kirche.

Sentamu war in seiner ostafrikanischen Heimat Uganda Richter und unter der Diktatur von Idi Amin Dada mehrmals inhaftiert, bevor er 1974 nach Großbritannien flüchtete. Als Priesteramtsanwärter setzte er sich für die Ausrottung von Rassismus in Kirche und Gesellschaft ein. 1979 wurde er nach dem Theologiestudium in Cambridge zum Priester geweiht und arbeitete in verschiedenen Pfarrgemeinden in London, bevor er 1996 zum Bischof von Stepney ernannt wurde. 2002 wurde er Bischof von Birmingham. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Im Jahr 2000 hatte eine demütigende Leibesvisitation Sentamus vor der anglikanischen St. Paul’s Cathedral in London für großes Aufsehen gesorgt. Den Sicherheitsleuten wurde vorgeworfen, den hohen Kleriker aus rassistischen Gründen diskriminiert zu haben. Sentamus Vorgänger David Hope war im Februar als Erzbischof von York zurückgetreten, um als Pfarrer in der englischen Provinz zu arbeiten.

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