Großbritannien begehrtestes Asylland

Fast jeder fünfte Asylantrag im OECD-Raum sei in Großbritannien gestellt worden, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit.

Großbritannien war im Jahre 2002 mit 110.700 Anträgen das mit weitem Abstand begehrteste Asylland der Welt. Das seien 21 Prozent mehr als 2001. Es folgten die USA mit 81.000 Asylanträgen (plus 28,3 Prozent).

Großbritannien gehöre mit Österreich und Schweden zu den Ländern, bei denen die Maßnahmen zur Begrenzung des Zustroms von Asylbewerbern die Tendenz nicht umgedreht habe, berichtete die OECD. In Österreich habe es 2002 doppelt so viel Asylanträge gegeben wie 2000. Den größten Rückgang unter den zehn begehrtesten Aufnahmeländern verzeichneten die Niederlande mit minus 42,7 Prozent auf 18.700 Bewerbungen.

Die größte Gruppe der Asylbewerber stellten im Vorfeld des Irakkrieges die Iraker mit 51.000. Besonders großen Andrang gab es zudem von Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien (33.000), Türken (29.600), Chinesen (26.300) und Afghanen (25.700). Während die Iraker und Afghanen insbesondere nach Deutschland und Großbritannien drängten, verzeichneten Österreich und die Schweiz die meisten Asylbewerber aus Ex-Jugoslawien. Die Chinesen wünschten vor allem Aufnahme in den USA.

Deutschland lag mit einem Rückgang um 19,5 Prozent auf 71.000 auf dem dritten Platz vor Frankreich mit einer Zunahme um 8 Prozent auf 51.100 Asylanträge und Österreich mit einem Plus von 23 Prozent auf 37.100. Von den fünf begehrtesten Aufnahmeländern war Deutschland damit das einzige mit einer sinkenden Zahl von Antragstellern.

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