Große Koalition bleibt erste Wahl

Die Präferenz der Österreicher für eine Große Koalition ist während der ersten zweieinhalb Wochen der Regierungsverhandlungen gestiegen.

Laut einer Studie der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) hat die Zahl der Befürworter einer Großen Koalition um 9 Prozent zugenommen. Die Präferenz für eine SPÖ-Minderheitsregierung oder für eine ÖVP-FPÖ-BZÖ -Koalition ist dagegen rückläufig.

„Die Studie ist vor dem Abbruch der Koalitionsverhandlungen abgeschlossen worden, daher können wir über dessen Auswirkungen auf Koalitionspräferenzen keine Aussagen machen,“ betonte Marc Bittner von der SWS. Knapp bevor die ÖVP die Verhandlungen auf Eis gelegt hat, war die überwiegende Mehrheit (69 Prozent) der Österreicher jedenfalls für eine Große Koalition. Nur 8 bzw. 10 Prozent wünschten sich eine SPÖ-Minderheitsregierung bzw. eine Koalition zwischen ÖVP- FPÖ-BZÖ.

Auffällig ist, dass sich die Befürworter einer Großen Koalition in allen politischen Lagern wiederfinden – mit Ausnahme der FPÖ, hier bevorzugt die Hälfte der Wähler eine Koalition zwischen FPÖ, BZÖ, und ÖVP. Bei der SPÖ befürworten mit 83 Prozent deutlich mehr Anhänger die Große Koalition als bei der ÖVP (61 Prozent). „Das erklärt sich damit, dass die SPÖ den Kanzler stellen würde“, meinte Bittner.

Im Fall von Neuwahlen würde sich laut Studie das Kopf-an-Kopf Rennen zwischen den beiden Großparteien fortsetzen. Bittner gab allerdings zu bedenken, dass auf Grund der Tatsache, dass über 60 Prozent der ÖVP-Wähler für eine Große Koalition sind, der vorläufige Rückzug der ÖVP aus den Verhandlungen sich nicht unbedingt positiv für die Partei auswirken könnte. Grundsätzlich würde es bei Neuwahlen aber darum gehen, welche der beiden Großparteien die Wechselwähler stärker motivieren könne.

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