Griechen feiern "historischen Moment"

Griechenland überraschte alle Experten
Griechenland überraschte alle Experten
Griechenlands Fußball-Nationalteam hat am Dienstag Geschichte geschrieben. Bei ihrer dritten WM-Teilnahme schafften die Hellenen erstmals den Aufstieg ins Achtelfinale - der 2:1-Erfolg in Fortaleza über die Elfenbeinküste bescherte dem Europameister von 2004 Platz zwei in Gruppe C und damit in der ersten K.o.-Runde ein Duell mit Costa Rica.


“Das ist ein historischer Moment für dieses Land”, jubelte Teamchef Fernando Santos. Der einstige Kettenraucher fiel zur Feier des Tages in alte Gewohnheiten zurück. “Ich habe schon zwei Zigaretten geraucht, und es werden heute noch einige mehr werden. Dazu gibt’s noch den einen oder anderen Schluck Wein”, kündigte der Portugiese auf der Pressekonferenz nach dem Spiel an.

Der Aufstieg seiner Mannschaft war laut Santos hochverdient. “Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und ständig angegriffen”, betonte der Teamchef und wehrte sich gegen das Image der Griechen als “Beton-Mannschaft”. “Darüber kann ich nur lachen. Gegen die Elfenbeinküste haben wir das Gegenteil bewiesen.”

Allerdings schrammten die Griechen nur wenige Sekunden am WM-Aus vorbei. Erst ein von Giorgos Samaras verwandelter Elfmeter in der 93. Minute brachte den Sieg. “Das bedeutet nicht nur für uns Spieler, sondern für unser ganzes Land sehr viel”, erklärte der Gold-Torschütze, der den Strafstoß selbst herausgeholt hatte.

Samaras und seine Kollegen bekommen es nun am Sonntag (22.00 Uhr MESZ) ohne den an einer Muskelverletzung laborierenden Mittelfeldspieler Panagiotis Kone in Recife mit dem Sensationsteam Costa Rica zu tun, das die schwierige Gruppe D auf Platz eins vor Uruguay, Italien und England beendete. “Diese Mannschaft hat die sogenannte Todesgruppe gewonnen, also muss sie sehr stark sein”, vermutete Santos.

Die Elfenbeinküste muss sich nicht mehr mit der K.o.-Phase beschäftigen – die bittere Niederlage läutete wohl das Ende einer Ära ein. Schlüsselspieler wie Didier Drogba, Kolo Toure oder Didier Zokora könnten spätestens nach dem Afrika-Cup in einem halben Jahr in Marokko zurücktreten. “Aber jeder Spieler hat sehr hart in diesem Turnier gearbeitet, keiner muss zurücktreten”, sagte Teamchef Sabri Lamouchi.

Der Coach selbst hingegen nahm unmittelbar nach dem Ausscheiden den Hut. “Mein Vertrag läuft aus und wird nicht verlängert”, sagte der jüngste Teamchef aller 32 WM-Teilnehmer. “Es hat mich sehr stolz gemacht, so eine großartige Nation zu vertreten.”

Das Out in letzter Sekunde bezeichnete der 42-Jährige als grausam. “Aber der Sieg der Griechen war nicht unverdient. Sie haben permanent angegriffen, und am Schluss ist es für uns immer schwieriger geworden, zu verteidigen”, gab Lamouchi zu.

Für die Elfenbeinküste fand damit eine Misserfolgsserie ihre Fortsetzung – trotz einer “goldenen Generation” scheiterte man wie schon 2006 und 2010 in der Gruppenphase. Auf kontinentaler Ebene reichte es nur zu Afrika-Cup-Finalteilnahmen 2006 und 2012. Beide Partien wurden im Elfmeterschießen verloren.

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