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Grenzkonflikt in Wien

In Wien geht es auch manchmal um Grenzverteidigung: Die Innere Stadt wehrt sich gegen ein Ansinnen, das Gelände um die Otto-Wagner-Pavillons an den vierten Bezirk abzutreten. Wieden will den Resselpark.

Grenzkonflikt im Wiener Zentrum: Das Bezirksparlament der Inneren Stadt hat am Donnerstagabend gegen eine Verschiebung der Bezirksgrenze zugunsten des Nachbarn Wieden votiert. Dabei hätte der derzeitige Grenzverlauf so verschoben werden sollen, dass der Resselpark am Karlsplatz gänzlich zum vierten Bezirk kommt und somit auch das Areal, auf dem die Otto-Wagner-Pavillons stehen. “Der erste Bezirk gibt gar nichts ab”, stellte Bezirkschefin Ursula Stenzel (V) am Freitag gegenüber der APA klar.

“Unnötig wie ein Kropf”

Das Votum der Bezirksvertretung sei mit den Stimmen aller Parteien erfolgt: “Die Otto-Wagner-Pavillons bleiben im ersten Bezirks, das ist eindeutig.” Insofern sei es unnötig wie ein Kropf, diese Sache weiterzuverfolgen, so Stenzel.

“Muss sich auch darum kümmern”

Auf wenig Verständnis trifft diese Haltung folgerichtig bei der Wiedener Bezirkschefin Susanne Reichard, die ebenfalls der ÖVP angehört: “Es ist eine Denkweise, die ich mir schwertue nachzuvollziehen.” Sie habe da einen deutlich pragmatischeren Zugang: “Wehmut hat nichts damit zu tun.”

Offensichtlich gehe es der City darum, die beiden Otto-Wagner-Pavillons zu behalten. Wenn einem diese Bauten so wichtig seien, dann müsste man sich aber auch darum kümmern, so Reichard: “Ich wundere mich immer, dass da noch niemand stecken geblieben ist in den Asphaltlöchern.” Sie würde die adäquate Gestaltung jedenfalls gerne übernehmen, zumal die meisten Wiener ohnedies glaubten, dass die Bauten zur Wieden gehören würden. “Und die Bürger wollen klare Grenzen haben”, meinte die Wieden-Chefin.

Sie sieht nun Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) am Zug, zumal die letztgültige Entscheidung über den Grenzverlauf im Landtag getroffen werden müsse und die Bezirke selbst nur das Recht zur Stellungnahme hätten. Wenn Schicker die Grenze ändern wolle, müsse er sich nun für die eine oder andere Richtung entscheiden. “Und ich gehe davon aus, er wird’s tun”, so Reichard zuversichtlich.

Im Büro des so Angesprochenen betont man auf APA-Anfrage: “Wir haben ein Interesse daran, dass die Bezirksgrenzen natürlichen Grenzen folgen.” Die Sinnhaftigkeit einer Verlegung des Grenzstreifens zur Lothringerstraße leuchte jedem ein. Grundsätzlich vertrete man allerdings die Meinung, dass sich darüber die Bezirke einigen müssen, was bisher immer der Fall gewesen sei.

Wieden wandert

So wanderten heuer bereits einige Tausend Quadratmeter Wiedener Bodens an die Bezirke Mariahilf und Favoriten, als der 4. Bezirk seinen Anteil am Naschmarkt sowie am geplanten neuen Hauptbahnhof abtrat. Und überhaupt sind Verkleinerungen in der Wiedener Geschichte nichts Ungewohntes.

Viertkleinster Bezirk der Stadt

Nachdem der Bezirk 1850 durch Eingemeindung mehrerer Vorstädte entstanden war, wurde er bereits 1861 wieder geteilt und verlor einen Teil seiner Fläche an den neuen Nachbarn Margareten. Heute ist die Wieden mit ihren 180 Hektar nach der Josefstadt (108 ha), Mariahilf (148 ha) und Neubau (161 ha) der viertkleinste Bezirk Wiens.

resselpark, 1010 wien, austria

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