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Greenpeace-Umfrage: Österreicher haben 72 Mio. ungetragene Kleider im Kasten

Millionen Kleider hängen hierzulande ungetragen im Schrank
Millionen Kleider hängen hierzulande ungetragen im Schrank ©Pixabay (Sujet)
Herr und Frau Österreicher legen in Sachen Kleidung nicht unbedingt die nachhaltigste Einstellung an den Tag - darauf lässt das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Greenpeace schließen.
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Die Österreicher haben 72 Millionen Kleider im Kasten, die sie noch nie oder nur sehr selten getragen haben. Bei einer Umfrage von Greenpeace gab die Hälfte der Befragten zudem an, Kleidung auszusortieren, wenn sie nicht mehr gefällt - selbst wenn das Stück keine Mängel hat. "Das meiste davon landet dann in erster Linie im Müll", hieß es in einer Aussendung der NGO.

"Trends von heute sind Müll von morgen"

"Die Trends von heute sind der Müll von morgen. Die Fast-Fashion-Industrie bringt im Wochentakt neue Billig-Kollektionen auf den Markt. Und das, obwohl die österreichischen Kleiderschränke bereits voll gestapelt mit ungetragenen Teilen sind", sagte Nunu Kaller, Expertin für Konsumfragen bei Greenpeace in Österreich. Kleidung müsse nicht mehr lange halten, sondern vor allem den schnell wechselnden Trends folgen.

Rund die Hälfte der Österreicher geben demnach Kleidung weg, wenn sie nicht mehr gefällt. Etwas mehr als ein Viertel, wenn die Teile aus der Mode gekommen sind oder im Kasten Platz gemacht wird für neue Sachen. 11,4 Prozent der Schuhe, 8,3 Prozent der Hosen, 5,9 Prozent der Röcke und 7,1 Prozent der kurzarmigen Oberteile werden etwa binnen eines Jahres aussortiert. Das schadet Greenpeace zufolge massiv der Umwelt. "Um die Kleidung herzustellen, werden Unmengen an Ressourcen und Chemikalien eingesetzt sowie Wasser verbraucht und verschmutzt", hieß es.

Kleidertausch als neuer nachhaltiger Trend

Alternativen wie Tauschen oder Leihen sind für die große Mehrheit hingegen noch Neuland: Rund 81 Prozent der Österreicher haben noch nie Kleidung getauscht, zwei Drittel noch nie welche verliehen. Doch es zeigt sich Greenpeace zufolge ein langsamer Wandel: "Mehr als ein Drittel der Teenager tauscht bereits Kleidung, wenn die Hose nicht mehr passt oder das Shirt nicht mehr gefällt. Das ist ein Trend, der auch der Umwelt gut tut. Denn je länger ein Kleidungsstück genutzt wird, desto später braucht man ein neues", sagte Kaller.

Eckdaten zur Greenpeace-Umfrage

Die repräsentative Online-Umfrage wurde im Auftrag von Greenpeace vom Marktforschungsinstitut Marketagent.com durchgeführt. Im April 2019 wurden 1.500 Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren zu ihrem Kleiderkonsum und ihrem Umgang mit Kleidung befragt.

(apa/red)

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