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Grace of Monaco - Trailer und Kritik zum Film

Lange bevor Prinzessin Diana aus dem englischen Königshaus ausbrach, hatte Grace Kelly so ihre Schwierigkeiten als Neo-Monarchin. Die innere Zerrissenheit, Hollywood für die Rolle als Fürstin von Monaco hinter sich lassen zu müssen, behandelt nun der Film "Grace of Monaco", der heute, Mittwoch, Abend die Filmfestspiele von Cannes eröffnet und am Freitag in den österreichischen Kinos anläuft. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Wie auch Oliver Hirschbiegel mit seinem Biopic “Diana” im Vorjahr hat es nun der französische Regisseur Olivier Dahan (“La vie en rose”) mit einer verärgerten Adelsfamilie zu tun: Das Fürstenhaus von Monaco distanziert sich scharf von dem Film und spricht in einem offiziellen Kommunique von “schwerwiegenden historischen Unwahrheiten und einer Reihe von rein fiktionalen Szenen”. Der Regisseur beruft sich auf sein Recht auf Fiktionalität und gibt an, dem Fürstenhaus mehrere Drehbuchversionen vorgelegt und Änderungswünsche aufgenommen zu haben. Dennoch: Fürst Albert wird man an der Croisette ebenso wenig sehen wie seine Schwestern Caroline und Stéphanie.

Grace of Monaco: Die Geschichte

Dabei hatte die große Liebesgeschichte der Hollywoodikone Grace Kelly (“Zwölf Uhr mittags”, “Ein Mädchen vom Lande”, “Das Fenster zum Hof”), dargestellt von Nicole Kidman, und Fürst Rainier III. von Monaco (Tim Roth) einst hier an der Côte d’Azur angefangen. Am Rande der Filmfestspiele 1955 lernten die 24-jährige frischgebackene Oscarpreisträgerin und der 32-jährige Monarch einander kennen, nur ein Jahr später wurde geheiratet. “Grace of Monaco” setzt fünf Jahre später ein, als Alfred Hitchcock an die Palasttüren klopft und seine “Gracie” für eine Rolle in seinem neuesten Film “Marnie” überreden will. “Besser als hier wird es nicht”, verweist die nunmehr unter Grazia Patricia geführte Schöne auf das “Märchen” am Fürstenhof und winkt vorerst ab.

Doch Märchen sind Seifenblasen und Hollywood verführerisch. Je mehr der Druck auf Grace Kelly steigt, ihrem Fürsten in dessen tiefen diplomatischen Konflikt mit Frankreich als Ja und Amen sagende Adelige beizustehen, desto größer die Sehnsucht nach der Schauspielerei. Als Grace schließlich zusagt, stürzen die zu früh an die Öffentlichkeit gelangten News das Fürstenhaus in eine Krise. Und es wird viele Tränen, vertrauensvolle Gespräche mit dem eher wie ein Paartherapeut anmutenden Priester Tucker (Frank Langella), Ehestreitigkeiten und palastinterne Intrigen brauchen, bis Grace Kelly in die “wahre Rolle ihres Lebens” findet: jener der Fürstin von Monaco.

So jedenfalls die sentimentale Aussage, auf die sich Regisseur Olivier Dahan und Drehbuchautor Arash Amel mit “Grace of Monaco” verständigen. Mit einer rührseligen Rede der nun gänzlich in die Rolle der Fürstin geschlüpften Grace beim ehrwürdigen Rosenball Monacos am Ende des Films sprechen sie der Diva dann auch großen politischen Einfluss zu, scheinen ihre nach Liebe und Toleranz aufrufenden Worte ja sogar den anwesenden französischen Präsidenten Charles de Gaulle in seinem Kampf gegen die Steuerfreiheit Monacos umzustimmen. Die Rede ist dabei ebenso erfunden wie die Anwesenheit des Staatsoberhaupts.

Grace of Monaco: Die Kritik

Die Vorwürfe der Grimaldis, Dahan glamourisiere die 1982 bei einem Autounfall verstorbene Fürstin damit unnötig, weist der in einem Interview scharf zurück – und beansprucht als Künstler das Recht auf Fiktionalität. Nicht nur mit dem Oberhaupt Monacos, auch mit dem König Hollywoods muss sich Dahan seit Fertigstellung seines Films rumschlagen: Produzent Harvey Weinstein, der die US-Verleihrechte am Film besitzt, ist mit Dahans Schnittversion derartig unzufrieden, dass er bereits den für Herbst 2013 anberaumten US-Kinostart verschoben hat und kürzlich laut “Variety” gar damit drohte, den Streifen fallen zu lassen.

Was Weinstein und Grimaldis inhaltlich genau stört, darauf gehen sie nicht ein. Angriffspunkte gibt es aber genug, ist Dahan doch jedes Mittel zur Dramatisierung recht, lässt er Kelly unverblümt offen über Scheidung nachdenken oder das Ehepaar inmitten anderer geschichtsträchtiger Persönlichkeiten von Onassis (Robert Lindsay) bis Maria Callas (Paz Vega) agieren. Rein formal ist nicht auszudenken, wie sein nach eigenem Angaben “anspruchsvolles Werk” nach der “amerikanischen Kommerzialisierung Weinsteins” ausgesehen hätte.

Schon jetzt zieht sich ein dramatisierender Soundteppich durch den Film, täuscht der obligatorische Zeitungswald samt bedrohlicher Nachrichtensprecher-Stimme im Off historische Genauigkeit vor, täuschen die weichgezeichneten Aufnahmen von Albert und Schwestern als Kindern Idylle vor, ist der Sprung zwischen Französisch und Englisch teilweise ebenso wenig nachvollziehbar wie Rainiers Wechsel zwischen Liebendem und Machtbegierigem, wird Politik redundant als Raum voller Männer mit faden Anzügen und ernsten Mienen dargestellt und muss Nicole Kidman ganz viel und oft in Nahest-Aufnahme in die Kamera weinen.

Beim geheimnisumwobenen Presse-Screening vorab hat “Grace of Monaco” jedenfalls an nicht wenigen, definitiv nicht amüsant gemeinten Stellen für Lacher gesorgt – ob bei Onassis gekünstelter Mahnung an Rainier, seine Filmschauspielerin unter Kontrolle zu halten, oder bei Graces Aufforderung an den Geliebten, doch auf den “blöden alten Thron” zu verzichten. An der Qualität des Films kann es also nicht liegen, dass er zum außer Konkurrenz laufenden Eröffnungsfilm von Cannes erkoren wurde. Die erhoffte fürstliche Präsenz bleibt aus, für Glamour müssen nun die fiktiven Grimaldis sorgen.
(APA)

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