Gottschalk fällt heuer auch für Opernballberichte aus

Thomas Gottschalk fällt nach seinem Aus als "Wetten, dass..?"-Moderator auch für die Opernballberichterstattung von ATV aus. Wie der Sender der APA am Montag mitteilte, habe man sich entschlossen, dieses Jahr keine Sendung "Mit Thomas Gottschalk am Opernball" zu machen.
Gottschalk beendet "Wetten, dass..."- Karriere

Dies habe allerdings vor allem mit den gestiegenen Kosten von Akkreditierungen und Lizenzgebühren für die Veranstaltung zu tun, mit denen ATV sich konfrontiert sieht. Der Privatsender kritisiert dabei weiterhin die Preispolitik des Rechteinhabers ORF.

“Unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen und teilweise abstrusen redaktionellen Einschränkungen” sei der Einsatz von Thomas Gottschalk “nicht sinnvoll”, heißt es in der Mitteilung. “Wir bedauern sehr, dass offensichtlich auch die Oper keinen Wert auf Stargäste von internationalem Format legt, denn dann hätte man bereits bei den Rechteverhandlungen mit dem ORF darauf geachtet, dass verträgliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.” Nachdem das Angebot vom ORF bei ATV eingegangen sei, habe man in einem Schreiben “deutlich zum Ausdruck gebracht, dass für uns diese Rahmenbedingungen nicht akzeptabel sind”. Auch habe man schriftlich ersucht, weiter zu verhandeln. Dem sei der ORF aber nie nachgekommen.

Dies sei der Grund für die Absage des Gottschalk-Formats, argumentierte ATV. “Da die Zeit für eine entsprechende Vorbereitung einer redaktionell anspruchsvollen Sendung mittlerweile abgelaufen ist, haben wir gemeinsam mit Thomas Gottschalk beschlossen, dass er dieses Jahr nicht den Opernball für ATV besucht.” ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer sieht die Wettbewerbsbedingungen “krass erschwert und verzerrt”, wie er sagte. “Wir wollen einfach nicht, dass sich ein Thomas Gottschalk – wie im letzten Jahr – erneut über die Hintertreppe in die Oper schleichen muss.”

ATV behalte sich allerdings alle rechtlichen Schritte zur Prüfung der wettbewerbsrechtlichen Zulässigkeit des Exklusiv-Vertrages zwischen Staatsoper und ORF vor. Gottschalk soll im übrigen weiterhin für ATV tätig sein, wie es auf Anfrage hieß.

ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann wies die Darstellung des Privatsenders am Montag zurück. Dass man nicht auf das Ansuchen um weitere Verhandlungen reagiert habe, sei unwahr. Vielmehr habe es eine Kontaktaufnahme durch den ORF gegeben und dabei sei vereinbart worden, dass ATV sich bezüglich weiterer Verhandlungen melde. Dies sei aber unterblieben.

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