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GoStudent: Online-Nachhilfe aus Wien will Lernen verändern

Der Markt für Nachhilfe ist riesig. Geschätzt jeder zweite Schüler hat bereits einmal ein solches Angebot in Anspruch genommen.
Der Markt für Nachhilfe ist riesig. Geschätzt jeder zweite Schüler hat bereits einmal ein solches Angebot in Anspruch genommen. ©pixabay.com
Nachhilfe 2.0: Über Videochat ganz einfach Nachhilfe erhalten, und dafür nicht einmal das Haus verlassen. Individueller Unterreicht für rund 20 Euro die Stunde. Ein Start-up aus Wien ist damit schon erfolgreich, will aber noch mehr.

Wenn Felix Ohswald über Bildung spricht, schwingt dahinter immer ein Leistungsgedanken mit. Der Gründer der Nachhilfevermittlungsplattform "GoStudent" machte seinen Bachelorabschluss in Mathematik mit 18, mit 20 hatte er den Master in der Tasche. Mit 24 will er das Wiener Start-up, das mittlerweile rund 40 Mitarbeiter aufweisen kann und bereits Millioneninvestitionen lukrierte, weiter expandieren.

Aber fangen wir am Anfang an: GoStudent startete zunächst als Forum, in dem sich Schüler, Lehrer und Interessierte untereinander austauschen konnten - etwa über Hausaufgaben oder Testfragen. Mittlerweile ist man der Vermittlung von Nachhilfelehrern verschrieben. Fragen stellen kann nur noch der, der auch einen bezahlten Zugang zum Forum besitzt.

30.000 Nachhilfestunden - von Zuhause aus

20 Euro kostet eine private Nachhilfestunde (50 Minuten) im Schnitt*. Gruppenstunden sind teurer, die Kosten werden aber unter den Teilnehmern aufgeteilt. Für den Tutor springen 10 bis 15 Euro pro Session heraus. Die Nachhilfe geschieht dabei online über Videotelefonie, Anfahrtswege entfallen und die Organisation sowie die Bezahlung werden über die App abgewickelt.

Der 24-jährige Wiener Felix Ohswald hat GoStudent gegründet.
Der 24-jährige Wiener Felix Ohswald hat GoStudent gegründet. ©GoStudent

"Rund 30.000 Nachhilfestunden finden im Monat auf unserer Plattform statt", verrät Ohswald, der äußerlich eher an Surfer als an Nerd erinnert. Der großgewachsene Start-up-Gründer muss sich bücken, wenn er ins Büro am Wiener Austria Campus kommt. Hier war bis vor kurzem noch der Österreichableger des chinesischen Milliardenkonzerns Huawei einquartiert.

Der Lehrer ist das A und O

China ist unter anderem ein Vorbild des 24-Jährigen in Sachen Nachhilfeangebote, aber auch Finnland gilt als Musterbeispiel bei Bildungsthemen . "Lehrer haben dort einen ganz anderen Stellenwert als in Österreich", weiß Ohswald. "Jeder Lehrer muss dort erst einmal einen Master in seinem Feld machen, das klassische Lehramtsstudium wie bei uns gibt es da gar nicht." Dafür gibt es bereits zu Beginn des Studiums ein striktes Auswahlverfahren, das einschätzen soll, ob man überhaupt für eine Laufbahn in der Schule geeignet ist. "Die Durchfallquote liegt da bei 80 Prozent. Das ist in etwa so hoch wie bei unserer Auswahl der Tutoren", erklärt Ohswald den Grund, warum nicht jeder bei GoStudent eine Karriere als Nachhilfelehrer starten kann.

Man merkt, die Qualität der Lehrer ist für Ohswald das A und O. Und als gelernter Mathematiker ist die Affinität zu Zahlen da, mit denen sich diese Qualität messen lassen. in den Index fließen etwa die Pünktlichkeit und Menge der Nachhilfestunden, absolvierte Hausaufgaben, die Note bei der nächsten Schularbeit und ein Bewertungssystem, mit dem die Tutoren beurteilt werden können. Seit Dezember spielt noch ein weiterer Faktor mit, nämlich Emotionen. Über eine Software werden - vorausgesetzt, alle Seiten stimmen zu - die Videoaufzeichnungen nach den "sieben Grundemotionen" Angst, Wut, Ekel, Freude, Trauer, Verachtung und Überraschung durchforstet. Damit soll der Tutor noch besser dem Nachhilfeschüler zugeordnet werden.

Lehrer individuell an Nachhilfe-Schüler anpassen

"Es hilft nichts, wenn der Lehrer einen Schmäh und beste Bewertungen hat, aber die Leistung in der Schule immer gleich bleibt", so Ohswald dazu. Gleichzeitig will man aber auch das höchste Interesse auf sich ziehen - und das kann bei jedem Schüler unterschiedlich erreicht werden. So wird der Unterricht besser ans Individuum angepasst.

In Zukunft wünscht sich Ohswald, dass dieser individuellere Ansatz auch auf das Schulsystem angewandt wird. Nicht nur gute Schüler würden davon profitieren. "Gute Lehrer können auch die schlechtesten Schüler für sich gewinnen und ihnen etwas beibringen", ist er überzeugt.

(red/obl)

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