Gondolieri demonstrieren gegen Motorboote

Aufgebrachte Gondolieri haben am Donnerstag in Venedig gegen die unzureichende Verkehrskontrolle in der Lagunenstadt und die rasenden Motorboote protestiert, die hohe Wellen in den Kanälen verursachen.

Die Demonstranten versammelten sich vor dem Rathaus und forderten von den Behörden die Lösung der zahlreichen Probleme, die sich wegen der Zunahme der Motorboote ergeben hätten.

Zu den in den Kanälen dauernd auftretenden „Staus“ sagten die Demonstranten: „Jede Stadt der Welt hat Beamte, die die Verkehrsknotenpunkte sowie die Geschwindigkeit kontrollieren. Nur Venedig hat nichts von alledem – jeder kann so schnell fahren, wie er will.“ Die von den Motorbooten verursachten Wellen seien für Gondeln und kleine Ruderboote ein ständiges Problem. Manche Zonen im historischen Zentrum sollten nur für Gondeln und Ruderboote geöffnet bleiben, forderten die Gondolieri, die sich beim „Seegang“ in der Lagune auf ihren Booten kaum mehr auf den Beinen halten können.

Experten sagen seit längerem, die Bedrohung durch steigenden Schiffs- und Bootsverkehr sei nicht geringer als die Gefahren durch das häufige Hochwasser. Die Jahrhunderte alten Palazzi stehen auf oftmals maroden Holzpfeilern, die dem Druck der Wellen einfach nicht länger standhielten. „Der Canale Grande ist zu einer höllischen Autobahn geworden, der Wellengang das Problem Nummer eins in Venedig“, berichteten lokale Medien.

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