Goldenes Wiener Verdienstzeichen für Jazz Gitti

Jazz Gitti nimmt das Goldene Ehrenzeichen vom Ersten Präsidenten des Wiener Landtags Harry Kopietz in Empfang.
Jazz Gitti nimmt das Goldene Ehrenzeichen vom Ersten Präsidenten des Wiener Landtags Harry Kopietz in Empfang. ©Schaub-Walzer
"Kränk di net", "A Wunda" und "Hoppala" gehören zu ihren größten Hits. Welcher der Songtitel am besten zur Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien passt, ließ "Jazz Gitti" allerdings offen - aber: "Vielleicht hilfts ja gegen Strafzettel."

Sie habe sich anfangs schon nach dem Grund für die Auszeichnung gefragt, “aber dann hab ich mir gedacht: Eigentlich hab i mir’s verdient”, scherzte die am Donnerstag im Wiener Rathaus geehrte Musikerin Martha Butbul selbstbewusst – und sinnierte sogleich über die Zweckdienlichkeit derlei Würdigungen: “Vielleicht hilfts ja gegen Strafzettel beim Parken.”

Überreicht wurde die Auszeichnung vom 1. Landtagspräsidenten Harry Kopietz (S), der sich bei der Gelegenheit gleich als Fan outete. Immerhin bezeichnete sich der Laudator heute als “einen derer, die Deine Lieder und Auftritte sehr schätzen” und streute der “liebevollen, wahnsinnig musikalischen Ur-Wienerin” Rosen – nicht zuletzt wegen ihrer “begnadeten Stimme”. Jazz Gittis Liedgut bestehe nicht einfach nur einfach aus Ohrwürmern: “Alle Platten haben einen tieferen Sinn. Zeile für Zeile stecken Wahrheit und Erfahrung drinnen”, interpretierte Kopietz Silberscheiben mit Titeln wie “Der nackte Hammer”, “Es geht immer bergauf” oder – erst 2009 gepresst – “Pures Leben”.

Die gewürdigte Musikern, mit der er eine langjährige Freundschaft verbinde, könne schimpfen und schmeicheln, erinnerte sich der Landtagspräsident an so manches Butbul’sches “Oida”, das ihm schon an den Kopf geworfen worden sei. “Wo Du auftauchst, bleibt kein Auge trocken”, meinte Kopietz, der die 63-Jährige auch wegen ihrer politischen Orientierung lobte: “Du bist Zeit Deines Lebens bekennende Sozialdemokratin gewesen – und das ist gut und richtig so.” Trotzdem stehe bei Jazz Gitti stets der Mensch im Mittelpunkt, verwies er auf ihr ebenso gutes Verhältnis zu Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V).

Die Sängerin – dem Anlass entsprechend ein mit allerlei goldenen Pailletten geschmücktes Kleid tragend – sprach nach Überreichung des Verdienstzeichens von einer “großen Ehre”. “Ich werde es mit Stolz tragen”, versprach die Entertainerin, die ihren Künstlernamen seit mehr als 20 Jahren trägt.

Am 13. Mai 1946 in Wien geboren, zog sie bereits in den frühen 1960er Jahren nach Israel, wo sie heiratete und 1965 ihre Tochter Shlomit zur Welt kam. Nach ihrer Rückkehr nach Wien gründete sie 1973 das “Cafe Zuckerl” und zwei Jahre später den Jazz-Heurigen, dem sie auch ihr heutiges Pseudonym zu verdanken hat. Nach Tourneen mit den heimischen Bühnen-Berserkern Drahdiwaberl brachte die Sängerin 1990 schließlich ihr erstes Soloalbum “A Wunda” auf den Markt. Neben kontinuierlichen Plattenveröffentlichungen wirkte Jazz Gitti zudem federführend im ORF-Satireformat “Tohuwabohu” mit und hatte außerdem immer wieder Gastauftritte in kleineren Theaterproduktionen.

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