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GM-Arbeiter in Straßburger Werk stimmen Sparplan zu

Die Beschäftigten in dem von der Schließung bedrohten Werk des US-Autobau­ers General Motors (GM) in Straßburg haben einem umfangreichen Sparplan zugestimmt, mit dem der Konzern die Lohnkosten um zehn Prozent senken will.

Bei dem von einem Gerichtsvollzieher überwachten Votum billigte eine breite Mehrheit der Mitarbeiter ein Einfrieren der Löhne für zwei Jahre sowie den Verzicht auf Prämien. Außerdem sind sie bereit, auf ein Drittel der 16 zusätzlichen Urlaubstage zu verzichten, die sie im Zuge der Einführung der 35-Stunden-Woche in Frankreich erhalten hat.

Den Sparplan hatte die GM-Tochter Motors Liquidations Company (MLC) vorgelegt, die das Straßburger Werk mit rund 1.150 Beschäftigten betreibt. MLC zufolge sind die Einsparungen nötig, um eine Schließung der Fabrik zu verhindern. In dem Werk am Straßburger Rheinhafen werden Getriebe unter anderem für den deutschen Autobauer BMW hergestellt. Das Votum war von drei Gewerkschaften organisiert worden, die eine Zustimmung zu den Sparplänen empfohlen hatten. Diesem Rat folgten rund 70 Prozent der über 900 Mitarbeiter, die an der Abstimmung teilnahmen.

Das Straßburger Werk ist unter Druck, weil BMW damit droht, die seit fast 20 Jahren andauernde Zusammenarbeit zu beenden. BMW wirft dem US-Partner vor, veraltete und nicht mehr wettbewerbsfähige Getriebe zu bauen. 2004 hatte der deutsche Autobauer die Entwicklung eines neuen Sechsgang-Automatik-Betriebes in Auftrag gegeben, die sich aber verzögerte. Gegenüber der “Süddeutschen Zeitung” schloss BMW-Einkaufschef Herbert Diess einen Ausstieg aus diesem Projekt nicht aus. Dies könnte für das Straßburger Werk das Ende bedeuten.

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