Gewerkschaft: Für Online-Journalisten muss Journalisten-KV gelten

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Obwohl Onlineredakteure journalistisch arbeiten, werden sie nicht wie Journalisten bezahlt. Das moniert die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp. Onliner werden als "IT-Kräfte" oder "Content Operators" bezeichnet, um Geld zu sparen.

Eine von der Gewerkschaft in Auftrag gegebene Umfrage habe ergeben, dass knapp 80 Prozent der Onlineredakteure eigene Geschichten schreiben, 60 Prozent Interviews führen und rund 30 Prozent regelmäßig Pressekonferenzen besuchen. Allerdings unterliegen nur 13,5 Prozent aller angestellten Onlineredakteure dem Journalisten-KV. Die Gewerkschaft fordert daher die kollektivvertragliche Anerkennung der Internet-Redakteure und ihre Gleichstellung mit Print-Medien.

Kollektivvertrags-Flucht

“Die Medienhäuser haben ihre Online-Abteilungen in den vergangenen Jahren zum größten Teil ausgegliedert und betreiben dadurch ‘Kollektivvertragsflucht'”, so der Gewerkschaftsvorsitzende Franz C. Bauer. 64 Prozent der Online-Redakteure sind nach nichtjournalistischen Kollektivverträgen wie IT oder Werbung angestellt.

“Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, wie wichtig es ist, dass sich die Gewerkschaft diesem Bereich künftig verstärkt widmet”, ist Bauer überzeugt. “Die unfaire und inadäquate Behandlung der Kolleginnen und Kollegen in den Online-Redaktionen greift nicht nur deren wirtschaftliche Basis an, sondern stellt auch eine ernste Bedrohung für die Meinungsfreiheit in Österreich dar”, so der Gewerkschaftsvorsitzende.

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