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Gewerkschaft fordert Öffnungszeiten-Reduktion im Handel

Die Gewerkschaft spricht sich für eine Reduktion der Öffnungszeiten aus.
Die Gewerkschaft spricht sich für eine Reduktion der Öffnungszeiten aus. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die geplanten Kindergarten- und Schulschließungenbringen viele der 400.000 heimischen Handelsangestellten in eine Zwickmühle. Die Gewerkschaft fordert nun eine Reduktion der Öffnungszeiten.
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Die Gewerkschaft fordert nun, dass die Öffnungszeiten im Handel für die Dauer der Schulschließungen auf 08.30 Uhr bis maximal 18.00 Uhr eingeschränkt werden.

Coronavirus: Situation für Handelsangstellte "momentan untragbar"

"Aus Sicht der Gewerkschaft GPA-djp ist die Situation rund um das Corona-Virus für Handelsangestellte momentan untragbar, die Telefone in der Beratung der Gewerkschaft laufen heiß", so die GPA-djp-Bundesvorsitzende Barbara Teiber am Donnerstagvormittag in einer Aussendung.

Hohen Ansteckungsrisiko und Betreungspflichten

Die Gewerkschaft drängt darauf, die Belastung für die Handelsmitarbeiter zu reduzieren. "Handelsangestellte sind einer enormen Zahl an sozialen Kontakten ausgesetzt, das Ansteckungsrisiko ist daher groß. Darüber hinaus sind es oft Frauen mit Betreuungspflichten, die aufgrund der kommenden Schulschließungen doppelt und dreifach belastet sind", sagte die GPA-djp-Chefin. Eine Einschränkung der Öffnungszeiten auf 08.30 Uhr bis maximal 18.00 Uhr würde im Handel ermöglichen, mit einer Schicht pro Tag auszukommen und weiterhin die Versorgung mit Produkten des täglichen Lebens für die Bevölkerung sicherzustellen. "In der aktuellen Situation gibt es keine sachliche Rechtfertigung für Öffnungszeiten bis 21 Uhr", so Teiber.

Keine Lösung für Entgeltfortzahlung für Eltern bei Kinderbetreuung

Am Mittwoch hatte die Regierung noch keine neuen Maßnahmen vorgestellt, um die Entgeltfortzahlung für Eltern, die zur Kinderbetreuung zu Hause bleiben, neu zu regeln. Am Donnerstagnachmittag soll es zu der Causa weitere Gespräche zwischen der Wirtschaftskammer und der Gewerkschaft geben. Die großen Handelsketten dm, Hofer, Rewe (Billa, Merkur, und Penny) und Spar prüfen derzeit die Personalplanung für die nächsten Tage und Wochen. Konkrete Maßnahmen will man erst nach den Sozialpartnergesprächen bekannt geben.

WKÖ gegen gesetzliche Reduktion der Öffnungszeiten

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) ist gegen eine von der Gewerkschaft geforderte temporäre und deutliche Verkürzung der Öffnungszeiten im Handel. Die GPA-djp sieht aufgrund des Coronavirus und der geplanten Kindergarten- und Schulschließungen eine derartige Notwendigkeit, um arbeitende Eltern mit Kinderbetreuungspflichten zu entlasten.

"Der Handel ist grundsätzlich gegen jede gesetzliche Verkürzung der Öffnungszeiten", so WKÖ-Handelsobmann Peter Buchmüller am Donnerstag in einer Aussendung. Vor allem der Lebensmittelhandel sei eine wichtige Infrastruktur zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit der gesamten Bevölkerung und "gut gerüstet". Für die Zeit der Schulschließungen sei es aber "vorstellbar, die Geschäfte erst um 8 Uhr zu öffnen, da das Jausengeschäft in der Früh ja wegfällt", sagte Buchmüller. Außerdem könnten Handelsbetriebe, welche am Abend länger offenhalten, darüber nachdenken, ob dies angesichts der aktuellen Situation in diesem Ausmaß notwendig sei.

(APA/Red)

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