Gewalttätige Frau vor Gericht

Symbolbild &copy Bilderbox
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Eine 42-jährige Wienerin ist zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Sie hatte im Juni 2002 ihrem damaligen Lebensgefährten ein Messer in Brust und Rücken gestochen und seine „Zweitfreundin“ verprügelt. 2004 gab es einen weiteren gewalttätigen Zwischenfall.

Zu 15 Monaten bedingter Haft ist am Mittwoch, den 27.10.2004 eine 42-jährige Wienerin im Wiener Landesgericht verurteilt worden. Zwei Jahre später wollte sie am Meiselmarkt in Wien-Fünfhaus ihrem neuen Freund eine Bierflasche über den Kopf ziehen, „aber sie hat mi eh net troffen, Herr Rat, also vergess ma des“, meinte dieser im Zeugenstand. Der Schuldspruch wegen versuchter absichtlicher schwerer Körperverletzung ist nicht rechtskräftig, die Staatsanwältin erbat Bedenkzeit.

Die Frau lebt von der Notstandshilfe, „und sie ist auf der untersten Stufe der sozialen Leiter angekommen“, sagte ihr Verteidiger. Eine ursächliche Rolle dürfte der Drogentod ihres halbwüchsigen Sohns gespielt haben, den sie nie verwand. Als sich wenig später auch noch der Kindesvater eine Überdosis spritzte, verlor sie gänzlich den Halt. Sie landete im psychiatrischen Krankenhaus, wurde monatelang stationär behandelt und verfiel danach Medikamenten und dem Alkohol.

„Und seither gerät sie mit traumwandlerischer Sicherheit in Situationen, die sie ausrasten lassen“, wusste ihr Verteidiger. Ihren damaligen Freund habe sie nur deshalb mit einem Taschenmesser gestochen, weil er unmittelbar zuvor ihre Kleider seiner „Zweitfreundin“ geschenkt hatte. „Er war eh nett. Wenn er nüchtern war“, meinte die geständige Beschuldigte.

Dem Vorfall Nummer zwei sei ein hitziges Wortgefecht mit ihrem nunmehrigen Partner vorangegangen. Sie habe ihn aber mit der Flasche nicht getroffen, beteuerte sie, er habe sich an einer Tischkante beim Wirten selbst verletzt. „Kann sein. I war ja bummg’nagelt zu“, räumte dieser ein.

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