Getrennter Unterricht für serbische Kinder

In Teilen Kroatiens wird in diesem Schuljahr ein getrennter Unterricht für serbische Kinder abgehalten - „Ghettoisierung“ wird befürchtet.

Der Lehrplan in den Gespanschaften Osjek-Baranja und Vukovar-Srijem sieht vor, dass die Angehörigen der serbischen Minderheit in eigenen Schulen in ihrer Muttersprache und mit dem kyrililschen Alphabet unterrichtet werden. Das Projekt soll Ende September starten, wenn alle nötigen Registrierungen abgeschlossen sind. Das Vorhaben sorgt aber bereits im Vorfeld für heftige Diskussionen.

In den beiden Gespanschaften, die einen hohen Anteil an serbischer Bevölkerung aufweisen, war bereits seit 1997 wieder in serbischer Sprache unterrichtet worden. Sie besuchten bloß andere Klassen als ihre „kroatischen“ Mitschüler. Der nunmehrige Schritt stieß insbesondere bei der früheren Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) auf heftigen Widerstand. Die Argumente klangen freilich etwas unerwartet. So warnte der HDZ-Vorsitzende von Vukovar, Petar Milnaric, davor, dass eine „Ghettoisierung“ der serbischen Kinder zu befürchten sei.

Zudem gibt es laut Milnaric in der Region Vukovar nicht genügend serbische Kinder, um eigene Schulen auf die Beine zu stellen. Auch stoße das Vorhaben vor allem in Kriegsveteranenkreisen auf Widerstand. Eine Ansicht, der Milorad Pupovac vom „Serbischen Volksrat“ widersprach. Tatsache ist aber, dass kroatische und serbische Kinder in Vukovar bereits seit der Rückkehr der ersten Flüchtlinge im Jahr 1997 getrennte Kindergärten und Schulen besuchen.

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