Gesetze beschließen wie die Großen

Anlässlich des Beschlusses der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November vor 15 Jahren fand am Montag im Parlament in Wien mit der Aktion „Rein ins Parlament“ das erste Kinderparlament statt.

Etwa 230 Schüler und Schülerinnen der vierten Volksschule sowie der ersten und zweiten Mittelschule aus Wien und der Steiermark machten das Parlament zu ihrem Hohen Haus. Die Kinder wurden durch das Haus geführt und in teils spielerischer Form über dessen Geschichte, Funktion und Arbeit aufgeklärt. Ein Memoryspiel erinnerte an den vorgestern, Samstag, begangenen internationalen Tag der Kinderrechte.

Politiker sein wie die Großen


In einem Rollenspiel spielten die Kinder für einen Tag Parlament und Regierung und durften „wie die Großen“ Gesetze vorschlagen und darüber abstimmen. Die Schüler sprachen in ihren Gesetzesvorschlägen vor allem das Thema Schule an: Die Schule solle statt um 8.00 erst um 9.00 Uhr früh beginnen und Lehrer sollten mehr Geld bekommen. Beide Vorschläge fanden sowohl bei den Kindern als auch bei den Lehrern große Zustimmung.


Bei anderen Vorschlägen, die die „Regierung“ einbrachte gab es dann schon größere Meinungsverschiedenheiten: Eine „Bundeskanzlerin“ wollte ein generelles Rauchverbot für alle einführen. Außerdem dürfe den Tieren zuliebe niemand mehr Fleisch essen, forderte sie. Zu Mittag gab’s dann trotzdem Buffet mit Frankfurter-Würstel und Gugelhupf. Auch an Kuriositäten fehlte es nicht – ein Schüler aus Wien im Rollenspiel: „Ich bin der Bundeskanzler und ich will dass es keine Angeber mehr in Österreich gibt…“


Einige Abgeordnete standen den Kindern außerdem für ihre Fragen Rede und Antwort. Die Kinder interessierten sich dabei hauptsächlich für den Tierschutz und für den Beruf Politiker. Staunende und ungläubige Gesichter gab es bei der Antwort eines Abgeordneten auf die Frage wie viel er verdiene. „Das ist viel Geld“, konstatierte ein Schüler sachlich.


Höhepunkt der Veranstaltung war ein „Plenum“ aller zehn Schulklassen im Sitzungssaal des Parlaments unter anderem mit Josef Broukal (S), der Abgeordneten Sabine Mandak (G) und dem Wiener Jugendanwalt Anton Schmid, bei dem die Schüler Fragen zum Thema Kinderrechte stellen konnten. Es ging um das Mitspracherecht der Kinder bei Themen wie Ausgehzeiten, Wahlalter und Schulzeiten. Die Frage „Gibt es ein Recht auf Taschengeld?“ musste Schmid allerdings verneinen.

Link: Mehr dazu im Internet unter www.reininsparlament.at

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