Gesamtschule: Kritik an Kommission

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Kritik an der derzeit bekannten Zusammensetzung der von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) bestellten Expertenkommission zur Schulorganisation übt die ÖVP.

„Man weiß, was rauskommen soll und sucht sich danach die Experten aus“, so VP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek gegenüber der APA. Sie vermisse wesentliche Namen der internationalen Bildungsforschung in der Kommission. Auf Grund der Zusammensetzung „kann man sich die Arbeit eigentlich ersparen, weil man schon weiß, was rauskommt.“

Schmied hatte den ehemaligen steirischen Landesschulratspräsidenten Bernd Schilcher (V) zum Vorsitzenden der Kommission und Infineon-Vorstandschefin und Ex-Politikerin Monika Kircher-Kohl (S) zur Stellvertreterin bestellt. Außerdem in der Kommission vertreten sind der Kommunikationswissenschafter Thomas A. Bauer (Uni Wien) und Rainer Domisch vom finnischen Zentralamt für Unterrichtswesen.

„Ich sehe in der Kommission keine Person, die internationale Bildungsforschung betreibt oder Bildungsreform-Erfahrung hat“, so die Erziehungswissenschafterin Brinek. Domisch gelte als „Wanderprediger für das Gesamtschulwesen und hat keine empirischen Forschungsveröffentlichungen vorzuweisen“. PISA-Österreich-Chef Günter Haider, der die geplanten Schulversuche wissenschaftlich begleiten soll, „und seine Schüler“ wiederum seien ebenfalls „nicht als unabhängige Forscher bekannt, sondern als solche, die Partei nehmen für ein bestimmtes Gesamtschulmodell“.

Brinek vermisst etwa den Innsbrucker Erziehungswissenschafter Michael Schratz, den dänischen Bildungssoziologen Jens Rasmussen, den schwedischen Bildungswissenschafter Michael Uljens oder den Deutschen Heinz-Elmar Tenorth, Jürgens Oelkers von der Uni Zürich oder den Bildungs-Psychologen Helmut Fend in der Kommission. Auch Bildungsökonomen seien nicht vertreten – dabei gehe es ihr nicht um Gesamtschulgegner, sondern um wirklich unabhängige Experten.

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