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Gerlinde Kaltenbrunner bestürzt über Schicksal von Gerfried Göschl

Gerlinde Kaltenbrunner beim Aufstieg auf den K2.
Gerlinde Kaltenbrunner beim Aufstieg auf den K2. ©APA
Gerlinde Kaltenbrunner ist bestürzt über das Schicksal ihres Bergsteigerkollegen Gerfried Göschl. Bei einem Empfang im Novomatic Forum am Montag sagte sie im Gespräch mit der APA, sie habe bis zum Schluss gehofft, dass man ihn findet.
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Extrembergsteiger Gerfried Göschl bleibt verschollen

Der Steirer Göschl wird seit 9. März am Gasherbrum I in Pakistan vermisst, die Suche nach ihm wurde vergangenen Donnerstag eingestellt. Kaltenbrunner erzählte bei dem Empfang der kasachischen Botschaft gemeinsam mit den Kasachen Maxut Zhumayev und Vassiliy Pivtsov, die mit ihr den Gipfel erklommen hatten, von ihrer K2-Besteigung im August 2011.Über den vermutlich tödlich verunglückten Göschl sagte die sichtlich berührte Kaltenbrunner: “Das ist sehr traurig. Wenn man einen persönlichen Draht zu jemanden hat, nimmt einen das natürlich besonders mit.” Sie meinte aber auch: “Wir alle gehen freiwillig in die Berge und wir wissen, worauf wir uns einlassen.” Passieren könne immer etwas, egal, ob im Himalaya oder in den österreichischen Bergen. “Es bleibt immer ein gewisses Restrisiko”, sagte die Bergsteigerin, “die oberste Priorität ist, gesund zurückzukommen”.

K2 schönste und schwerste Expedition

Als Anerkennung für ihre Leistungen am K2 überreichte ein Vertreter der kasachischen Botschaft Kaltenbrunner und ihrem Ehemann Ralf Dujmovits zwei kasachische Trachtenmäntel. Zhumayev, Pivtsov und Kaltenbrunner betonten ihre Freundschaft zueinander. “Ich kenne keine stärkeres Mädchen als Gerlinde”, sagte Zhumayev. Die oberösterreichische Extrembergsteigerin, die mit ihrem Mann in Deutschland lebt, hatte am 23. August des Vorjahres den 8.611 Meter hohen K2 im Alpinstil erklommen und ist somit die erste Frau, die alle 14 Achttausender ohne zusätzlichem Sauerstoff bestiegen hat. Den Aufstieg hatte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Ralf Dujmovits, dem Argentinier Tommy Heinrich, dem Polen Darius Zaluski sowie Zhumayev und Pivtsov gewagt, Dujmovits und Heinrich kehrten wegen Lawinengefahr jedoch vorzeitig um. Kaltenbrunner war zuvor sechsmal am zweithöchsten Berg der Welt gescheitert. “Diese letzte K2-Besteigung war für mich die schönste und auch schwerste Expedition”, sagte Kaltenbrunner.

Nächstes Ziel: Nepal

Das nächste Ziel der gelernten Krankenschwester ist die Besteigung des 7.816 Meter hohen Nuptse in Nepal. Schon am 1. April will sie gemeinsam mit ihrem Mann Dujmovits und dem Bergsteiger David Göttler die Expedition über den noch unbestiegenen Ostgrat starten. “Das ist schon lange ein Traum von mir”, sagte Kaltenbrunner. Ausruhen will sich die 41-Jährige also nicht lange: “Wenn man das Bergsteigen in sich hat, lässt einen das ein Leben lang nicht mehr los”, sagte sie. “Es gibt noch viel zu tun.”

(APA)

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