Gerichtsvollzieherin zweigte Geld zum Wohnungseinrichten ab: Prozess

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Wenige Wochen, nachdem eine 43-jährige Wienerin ihre Stelle als Gerichtsvollzieherin angetreten hatte, begann sie, Geldbeträge abzuzweigen, die sie im Zuge von Fahrnisexekutionen oder Vollstreckungen einkassiert hatte.

Über ein Jahr blieb das Treiben der Frau unbemerkt, was am Mittwoch Richter Ulrich Nachtlberger ziemlich verwunderte: “Ich hätte geglaubt, dass so was der Innenrevision auffallen muss.”

Die bisher unbescholtene Täterin wurde wegen Amtsmissbrauchs zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt, wobei der Umstand, dass sie den gesamten Schaden von 4.400 Euro mittlerweile gut gemacht hat, mildernd ins Gewicht fiel. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Frau war nach ihrer Scheidung in finanzielle Turbulenzen geraten. Sie bedurfte einer neuen Wohnung, ihr Gehalt habe aber nur ausgereicht, um den Genossenschaftsanteil und die monatliche Miete zu zahlen, machte sie in der Verhandlung geltend: “Möbel habe ich ja auch gebraucht!”

Immer wieder überwies sie daher Geldbeträge, die sie an sich unverzüglich den Exekution betreibenden Gläubigern hätte abliefern sollen, auf ihr Privatkonto. Die Gläubiger, denen nach einiger Zeit das überfällige Geld abging und die daher telefonisch urgierten, habe sie “ganz rasch bezahlt”, erklärte die inzwischen arbeitslose Gerichtsvollzieherin, die sich nun umschulen lassen will.

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