Gerichtsvollzieher "erschnupperte" Hanf-Plantage

Hanfpflanze
Hanfpflanze ©GNU Wikimedia
Besonderes Pech hatte ein 26-jähriger Schauspieler. Der landete nun vor dem Kadi statt auf der Bühne, weil ein Gerichtsvollzieher eine ausgesprochen "gute Nase" hatte. Auf dem Weg zu einer Exekution passierte er die Wohnung des Jungmimen und gewahrte im Vorbeigehen den typisch-süßlichen Haschisch-Geruch.

Interessiert hielt der “Mann mit dem Kuckuck” Nachschau und entdeckte, da die Wohnungstür nur angelehnt war, eine Hanf-Plantage.

“Ich wollte den Eigenbedarf decken, solang ich noch in Wien bin. Ich bin gebürtiger Italiener, und wer weiß, wo ich später ein Engagement bekomm’. Und meine Ernte hätte reichen müssen”, machte der Angeklagte kleinlaut im Wiener Straflandesgericht geltend.

600 Euro hatte der Mann für die Infrastruktur seiner Indoor-Plantage berappt. In 32 Gefäßen züchtete er die begehrten Pflanzen heran. Einige waren bereits zum Trocknen aufgehängt.

“So ein Setzling braucht drei Monate, bis er geerntet werden kann. Sie müssen ganz schönen Stress gehabt haben. Nie zwei Tage Urlaub oder so”, bemerkte Richter Walter Stockhammer.

Der Schauspieler winkte ab. So pflegeintensiv sei das gar nicht gewesen: “Zwei Tage pro Woche durchschnittlich gehen für’s Gießen und die Pflege drauf.”

“Wenn Sie das so gemacht haben, ist mir klar, warum die Qualität nicht besonders war”, erwiderte darauf der auf Suchtgift-Fälle spezialisierte Richter. Er verhängte über den bisher unbescholtenen Mann vier Monate bedingte Haft. Die Strafe ist rechtskräftig.

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