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Generelles Essverbot in Wiener U-Bahnen ab 2019

In allen U-Bahnen wird es ab 2019 ein generelles Essverbot geben.
In allen U-Bahnen wird es ab 2019 ein generelles Essverbot geben. ©Johannes Zinner/Wiener Linien
Am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass in den Wiener U-Bahnen der Verzehr von Speisen künftig generell verboten wird. Außerdem wurden von den Wiener Linien die Umfrageergebnisse zum Essverbot präsentiert.
Essverbot in Wiener U6
Piktogramme kleben bereits
Auch Alkoholverbot gefordert

Eindeutiges Votum der Fahrgäste der Wiener Linien: Die überwältigende Mehrheit hat sich bei der Befragung für ein Essverbot auf allen U-Bahn-Linien ausgesprochen. 51.216 Menschen haben die Möglichkeit genutzt, sich online an der Abstimmung zu beteiligen. Mehr als zwei Drittel, genau 37.453 Menschen, haben die Frage, ob sie ein Essverbot auf allen U-Bahn-Linien wollen, mit Ja beantwortet.

Pizzaschnitte, Burger & Co. werden aus Wiener U6 verbannt

Ebenso eindeutig: 35.484 der Befragten sprechen sich für ein Verbot von Fastfood wie Pizzaschnitte, Burger, Kebab und Co. aus. Eine klare Mehrheit von 28.431 Fahrgästen wünscht sich ein generelles Essverbot, sie wollen gar kein Essen mehr in der U6. Auch in der Kommentarfunktion der Umfrage haben sich noch einmal ca. 3.000 Menschen für ein generelles Essverbot ausgesprochen.

(Bild: PID/Hudek)

“Wir wollen die Öffis noch attraktiver für unsere Fahrgäste machen und freuen uns über das große Interesse der Fahrgäste an unseren Maßnahmen. Die hohe Beteiligung zeigt uns, dass das Thema Essen in der U-Bahn die Menschen beschäftigt. Für uns ist das Ergebnis ein klarer Auftrag: wir werden das Essverbot auf alle U-Bahn-Linien ausweiten und ein generelles Essverbot umsetzen”, so Öffi-Stadträtin Ulli Sima. Sie bedankt sich bei den Fahrgästen für ihre Beteiligung.

Neben der Geruchsbelästigung durch Speisen ist auch das Thema Verschmutzung der Züge durch Speisen ein zentrales Argument für ein Essverbot. Ein solches gibt es seit langem in vielen Städten der Welt, wie etwa in Berlin, Hamburg oder Singapur.

Ab 2019 wird das Essverbot auf alle U-Bahnlinien ausgeweitet

Das Essverbot startet in Phase 1 – wie angekündigt – ab September auf der U6, ab dem 15. Jänner 2019 wird das generelle Essverbot auch auf den anderen U-Bahn-Linien in Wien gelten. “In den ersten Wochen werden wir unsere Fahrgäste verstärkt darauf aufmerksam machen und sie über das Essverbot informieren. Unsere Service- und SicherheitsmitarbeiterInnen werden ein Auge darauf haben, wie die Fahrgäste das Essverbot annehmen”, sagt Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer.

(Grafik: Wiener Linien)

Der Start des Essverbots wird von einer breiten Informationskampagne begleitet: neben Durchsagen in den Zügen und auf den Bahnsteigen, wird es Plakate geben und auch die Anzeigetafeln werden mit einer Botschaft daran erinnern. Erste Piktogramme mit dem Essverbot wurden bereits in den U6-Zügen angebracht. Ende August wird die Info-Offensive präsentiert, schon jetzt weisen Wiener-Linien-MitarbeiterInnen auf die Neuerungen hin.

Vorerst keine Strafe geplant und bei Kindern nachsichtig

Ess-Sünder werden in der Wiener U-Bahn vorerst nicht bestraft, wie beteuert wurde. Offen ist, ob überhaupt jemals Bußen eingehoben werden. “Das kommt darauf an, welche Erfahrungen wir mit dem Verbot machen”, sagte Sima. Sollten die Fahrgäste sich weitgehend an den Essensbann halten und auch bei Ermahnungen einsichtig sein, könnte man auch auf Strafen verzichten, hieß es.

Eine Liste, welche Speisen tabu sind, ist mit dem generellen Verbot jedenfalls nun obsolet. Die Bahnsteige sind davon übrigens nicht betroffen, dort ist Essen weiter erlaubt. In den Zügen will man vor allem bei kleinen Kindern nachsichtig sein. Man werde diesen nicht ihr Keks wegnehmen, wurde heute versichert. Auch das Trinken nicht-alkoholischer Getränke bleibt generell gestattet.

Essverbot könnte auch in Bus und Bim kommen

Sima wollte am Donnerstag icht ausschließen, dass die Vorschrift auch auf andere Verkehrsmittel ausgedehnt werden könnte. Bevor man über ein Essverbot in der Straßenbahn oder in den Bussen nachdenke, werde man sich aber die Erfahrungen in der U-Bahn ansehen, sagte sie.

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