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Gen-Reis gegen Vitaminmangel

Mit gentechnisch verändertem Reis könnte ein verbreiteter Vitaminmangel in Entwicklungsländern bekämpft werden. [14.1.2000]

Die neue Sorte „Goldener Reis“ enthält im Korn beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A. Eine Unterversorgung mit dem Vitamin ist vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien für Blindheit und schwere Wachstumsschäden bei Millionen Kindern verantwortlich. Forscher der Universität Freiburg und des Staatlichen Instituts für Technik in Zürich schleusten drei Gene in die Erbmasse von Reis ein, die während des Kornwachstums für die Synthese von beta-Carotin sorgen, wie das Wissenschaftsmagazin „Science“ am Freitag berichtete.

Reis ist ein relativ schlechter Vitaminlieferant, bietet aber für rund die Hälfte der Weltbevölkerung die wichtigste Nahrungsgrundlage. Beta-Carotin, oder Provitamin A, ist zwar in der Schale vorhanden, die wird aber meist im Verarbeitungsprozess entfernt. Weltweit leiden 124 Millionen Kinder an Vitamin-A-Mangel.

Bis die neue Sorte für Bauern zur Verfügung steht, werden noch Jahre vergehen. Derzeit wird untersucht, ob der Reis den gleichen Nährwert wie heute übliche Sorten hat. Auch ist der Gehalt an Provitamin A in verschiedenen Varianten der goldfarbenen Körner noch zu unterschiedlich. Das Internationale Reisforschungsinstitut in Los Banos auf den Philippinen hat dennoch bereits mit der Kreuzungsexperimenten begonnen.

Experten bewerteten die Leistung der Forscher als außerordentlich und als Chance zum Imagegewinn für die oft kritisierte Gentechnik zur Pflanzenzucht. Für die Synthese von beta-Carotin müssen drei Enzyme im Reis vorhanden sein, die über Gentransfer erzeugt wurden. Mary Lou Guerinot vom Dartmouth College in Hanover im US-Staat New Hampshire schrieb in einem begleitenden Kommentar vor einem technischen Kraftakt, der wegen seiner Komplexität zu dem besten zähle, was die Agrobiologie zu bieten habe. Der Reis sei ohne finanzielle Beteiligung der Industrie entwickelt worden und solle später Bauern in Entwicklungsländern ohne Hindernisse zur Verfügung gestellt werden.

(Bild:APA)

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