Geliebte Sonne: Wenig Risikobewusstsein

"Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken", mahnt Beatrix Volc-Platzer, Chef-Dermatologin am Wiener Donauspital. Problem: Die Österreicher schätzen ihr persönliches Risiko eher gering ein. Neues UVA-Siegel

Nur fünf Prozent glauben, dass die Hautkrebsgefahr für sie sehr hoch ist, 14 Prozent sehen ein hohes Risiko.

Bei schweren, immer wiederkehrenden UV-Überdosierungen können dauerhafte Schäden am Erbgut der Hautzellen entstehen. Eine mögliche Folge ist Hautkrebs. In den vergangenen 25 Jahren habe sich das Risiko verdoppelt, berichtete Volc-Platzer. Pro Jahr erkranken rund 1.800 Österreicher an bösartigem schwarzen Hautkrebs, Tendenz steigend. Vom hellen Hautkrebs sei schon jeder zweite über 60-Jährige betroffen. Die damit häufigste Krebsart hat allerdings gute Heilungschancen und eine sehr geringe Sterblichkeit von einem Prozent.

Früherkennung entscheidet

Hautkrebs ist der einzige Krebs, der früh und mit dem freien Auge sichtbar ist. Menschen mit vielen Muttermalen oder angeborenen Pigmentflecken sollten beobachten, ob sie sich verändern. “Die Heilungschancen für Hautkrebs betragen 90 Prozent, wenn er frühzeitig erkannt wurde”, so Beatrix Volc-Platzer.

“Der beste Schutz ist der richtige Umgang mit der Sonne”, sagte die Medizinerin: Mittagssonne meiden, gut eincremen (die EU empfiehlt sechs Teelöffel Sonnenschutzmittel für Gesicht und Körper eines Erwachsenen), Hut und Sonnenbrille tragen. Im Schatten halbiert sich die Intensität der Strahlung. Braun wird man trotzdem – langsamer, gesünder und länger anhaltend. Nachcremen verlängert nicht die Schutzzeit, hält aber den Schutz aufrecht.

Babys nie direkt in die Sonne

Babys und Kleinkinder sollen nie direkt in die Sonne. “80 Prozent der Sonnenstrahlung, die ein Mensch in seinem Leben aufnimmt, werden vor dem 20. Lebensjahr konsumiert”, sagte Volc-Platzer. Zur Aufklärung müsste man eigentlich schon in die Kindergärten gehen.

Sonne ist aber auch Medizin: Ihr Licht steigert die Abwehrkraft, verbessert die Sauerstoffaufnahme und fördert das Wohlbefinden. Mit ihrer Hilfe wird Vitamin D hergestellt, das wichtig für den Knochenbau, die Muskulatur und das Immunsystem ist.

Körper braucht nur wenig Sonne

“Unser Körper kommt aber mit ganz wenig Sonne aus: ein Spaziergang pro Woche oder vier Minuten pro Tag reichen, es muss nicht einmal sonnig sein”, schränkte die Dermatologin ein. “Die Vitamin D-Bildung funktioniert auch bei bedecktem Himmel.”

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