Geliebte Sonne: Sonnenschutz mit neuem UVA-Siegel

Ganz neu beim Sonnenschutz: Das Siegel "UVA" erhalten nach einer Empfehlung der Europäischen Union solche Sonnenschutzprodukte, die einen außergewöhnlich hohen Anteil an UVA-Schutz mitbringen. Wenig Risikobewusstsein

In Zahlen gesprochen: Einer EU-Empfehlung zufolge dürfen Produkte, deren UVA-Schutz mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes beträgt, das Siegel UVA tragen. In Österreich wurde diese Kennzeichnung vom Gesundheitsministerium als Hersteller-Richtlinie herausgegeben.

In Österreich: Nicht Empfehlung, sondern Richtlinie!

“Seit heuer muss ein Drittel UVA-Schutz drin sein, damit überhaupt Sonnenschutzmittel drauf stehen darf. Alle anderen Produkte gelten als Körperlotion”, erklärte Britta Klebon, Fachgruppenleiterin für Sonnenschutz der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche und angewandte Kosmetik e.V., bei einer Veranstaltung der Branchenplattform Kosmetik transparent.

Bisher kennen 53 Prozent der Österreicher das neue UVA-Zeichen. Aber nur 0,4 Prozent wissen laut Kosmetik transparent auch, worum es dabei geht.

Die neue UVA-Regel stellt für Hersteller von Naturkosmetik ein Problem dar. “Sie haben große Schwierigkeiten, diese Anforderung zu erreichen”, so Klebon. “Schöne Produkte lassen sich mit Naturkosmetik bis Schutzfaktor 10 herstellen, danach ist Schluss.” Mehrere Hersteller, zum Beispiel die bekannte Marke Dr. Hauschka, lassen laut Kosmetik transparent deswegen ihre Sonnenschutzlinien gleich ganz auf.

Lichtschutzfaktor als Kategorie

Der Lichtschutzfaktor wird auf der Packung nicht mehr nur als Zahl, sondern auch als Kategorie angegeben: niedrig (6 – 10), mittel (15 – 25), hoch (30 – 50) und sehr hoch (50+).

Eine neue Entwicklung ist, dass Sonnenschutzmittel Stoffe enthalten, die die Zellen schützen und die körpereigenen Reparaturmechanismen stärken. “Wirkstoffe sind etwa Folsäure oder Anti-Oxidantien-Cocktails”, berichtete Klebon. Solche Inhaltsstoffe können auch die Auswirkungen von Infrarotlicht, das zur Bildung von zellschädigenden freien Radikalen beiträgt, mildern. Filtern könne man Infrarotlicht bisher aber nicht.

Sonnenschutzmittel zum Einnehmen helfen nur halb

Relativ neu sind Sonnenschutzmittel zum Schlucken. Sie können zwar verhindern, dass man einen Sonnenbrand bekommt. Vor Hautkrebs schützen sie aber nicht, sagte die Wiener Hautärztin Beatrix Volc-Platzer. Deshalb sollte man sie nur in Kombination mit kosmetischem Sonnenschutz verwenden.

After-Sun-Lotionen, die das Enzym T4 Endonuklease V enthalten, können laut der Medizinerin bereits entstandene Sonnenschäden zu einem gewissen Teil ausbessern. “Eine Ausrede, sich nicht zu schützen, sind aber auch sie nicht.”

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