Geldof begeistert von Philharmonikerball

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Popmusik und Klassik sind keine Gegensätze, sondern passen offenbar gut zusammen. Zu diesem Urteil kommt man zumindest, wenn man Bob Geldofs Lobreden auf den traditionellen Ball der Wiener Philharmoniker lauscht.

“Es ist fantastisch, so etwas kennt man nur aus Filmen”, schwärmte der Sänger (“I don’t like mondays”) am Donnerstagabend bei der Tanz-Veranstaltung in den prunkvollen Sälen des Musikvereins. “Es ist einfach unglaublich romantisch und glamourös.”

Auf Einladung von Medienmanager Rudi Klausnitzer nahm der Friedensaktivist gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Jeanne Marine in dessen Loge direkt neben dem Orchester Platz und verfolgte mit Francesca Habsburg und Regisseur Robert Dornhelm die zeremonielle Eröffnung. Blicken ließ sich auch die heimische Prominenz aus Kunst und Politik, darunter Schauspieler Peter Simonischek in Begleitung von Brigitte Karner sowie Außenministerin Ursula Plassnik (V).

“Es ist nicht nur Tradition, die Menschen haben vor allem auch Spaß”, freute sich Geldof kurz nach der Eröffnung im Gespräch mit der APA über seinen ersten Einblick in das österreichische Ballgeschehen. Auf die Tanzfläche traute sich der Musiker zumindest unmittelbar nach der Eröffnung nicht. Er könne zwar die Hüften schwingen, das sehe aber nicht sehr elegant aus und eigne sich besser für Pub-Einlagen, scherzte er. “Aber die Menschen hier können es auch nicht besser, also denke ich es ist okay.” Zumindest für ein Foto mit einem seiner Begleiter schmiss sich der Ire in der Loge dann doch kurz in die Walzer-Pose.

Die zeremonielle Eröffnung unter Leitung von Dirigent Christian Thielemann mit traditionellem Walzer von Josef Strauß begeisterte den Überraschungsgast des diesjährigen Philharmonikerballs sichtlich: Aufmerksam verfolgte der Musiker im ordenbehangenen Frack die Tänze der Debütanten und lauschte andächtig den Klängen der Streicher.

Lächelnd und im Takt der Musik wippend beobachtete Geldof den Einzug der Ehrengäste, trank Rotwein und knipste eifrig Bilder vom Orchester sowie seinen Begleitern. Sein “Vergehen”, dabei den Blitz zu verwenden, wurde ihm verziehen – Laut Auflage des Hauses ist dies streng verboten, um die Musiker nicht stören. Auch für einen kurzen Plausch mit Opernball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh, die direkt in der Loge nebenan feierte, nahm sich der Musiker kurz Zeit.

Als “kein passionierter Ballgeher” outete sich “Jedermann” Peter Simonischek. Auf die Tanzfläche lässt sich der Schauspieler allerdings gerne entführen. “Man muss mich aufraffen”, bestätigte Simonischek grinsend das Vorurteil von Männern als Tanzmuffel. Wie Geldof fand auch der heimische Promi nur lobende Worte für den elegantesten Ball Österreichs: “Es ist eine gute Mischung aus Stil und Ambiente. Nicht so weitläufig und protzig wie der Opernball und mindestens genauso schön”.

Auch EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner wagte neben Umweltminister Josef Pröll (V) ein kurzes Tänzchen auf der traditionellen Veranstaltung. Sie gehe sehr gerne auf Bälle, habe dafür aber leider nur wenig Zeit, betonte die Politikerin, die in einer leuchtend pinken Robe erschienen war. Die Veranstaltung des Wiener Traditionsorchester habe es ihr vor allem wegen des “wienerischen” Flairs angetan: “Es ist die Atmosphäre, es ist sehr intim und das ist einfach eine eingeschworene Gesellschaft”.

Zu viel war die ganze Aufregung rund um den traditionellen Ball für zwei Debütantinnen, die während der mehr als 30-minütigen Eröffnung plötzlich ohnmächtig wurden. Mit Wasser, Eiswürfel und Traubenzucker aus den Logen wurden die jungen Damen von Gästen und Personal allerdings schnell wieder fit gemacht.

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