"Geistiges Kraftwerk" in Finanznöten

Das Burgtheater befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten - trotz Auslastung von 81 Prozent und erfolgreicher Sponsorensuche.

Donnerstag Vormittag gab Burgtheater-Direktor Bachler einen kurzen Rückblick auf die laufende und einen detaillierteren Ausblick auf die kommende Saison: „Mir war es die bisher liebste, weil lebendigste Spielzeit, und ich glaube, wir gehen genau diesen Weg weiter.“ Derzeit beträgt die Saison-Gesamtauslastung bei bisher über 310.000 Besuchern 82,5 Prozent.


Das Burgtheater sei ein „theatralisches und geistiges Kraftwerk“, das „die nötige Energie und Voltzahl“ aussende. In der Breite zwischen Sophokles und Pollesch, mit einem Ensemble zwischen 19 und 90, erfülle man die Anforderungen eines Nationaltheaters in bester Hinsicht. Man werde jene „Klassikerschwemme“, die er derzeit an großen deutschen Theatern mit Erstaunen registriere, nicht mitmachen, sagte Bachler.

Katastrophale finanzielle Situation


Derzeit beträgt die Saison-Gesamtauslastung bei bisher über 310.000 Besuchern 82,5 Prozent (im Burgtheater: 81 Prozent).Die Finanzlage ist laut Bachler „prekär bis katastrophal“, die Sponsorensuche laut dem kaufmännischen Geschäftsführer Drozda mit einem jährlichen Aufkommen von rund 0,5 Mio. Euro insgesamt erfolgreich, doch „lieber sind mir Politiker als Partner, denn niemand nimmt so viel Einfluss wie Sponsoren“, betonte Bachler.


Die Spielzeit 2004/05 wird im Burgtheater am 8. September mit Lessings „Nathan der Weise“ in der Regie von Lukas Hemleb eröffnet. Danach inszeniert Philip Tiedemann neuerlich ein Stück von Thomas Bernhard, „Die Macht der Gewohnheit“ (29. Oktober). Andrea Breth inszeniert in der kommenden Saison zwei Mal im Burgtheater – im November Tennessee Williams’ „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, im April 2005 Tschechows „Kirschgarten“. Ebenfalls zwei Inszenierungen steuert Nicolas Stemann bei, der zuletzt „Das Werk“ von Elfriede Jelinek in Szene gesetzt hat. Peter Handkes „Untertagblues“ (Bachler:
„A long story“) kommt im Oktober kurz nach der Uraufführung am Berliner Ensemble im Akademietheater heraus. „Dort macht es ja ein etwas älterer, reiferer Regisseur“, meinte Bachler in Anspielung auf Claus Peymann. Deswegen habe sich quasi als Kontrastprogramm für die 28-jährige Regisseurin Friederike Heller entschieden.


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Redaktion: Elisabeth Skoda

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