Geisterfahrer-Crash auf A4

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Ein PKW und zwei LKW waren in den folgenschweren Unfall auf der Ostautobahn Donnerstag früh beteiligt - der Crash forderte ein Todesopfer.

Ein Todesopfer, die Ostautobahn (A4) in Richtung Flughafen Schwechat gesperrt, ausgedehnte Staus – auch auf den Ausweichstrecken: Das war Donnerstag früh die Szenerie nach einem Geisterfahrerunfall am Stadtrand von Wien. Ein 79-jähriger Bayer war mit seinem Mercedes offenbar falsch auf die A4 aufgefahren und kilometerweit auf der falschen Fahrbahn unterwegs gewesen – bis zum Crash.

Mann brauste an Polizei vorbei

„Wo der Pkw-Lenker auf die Autobahn gelangte, ist noch nicht bekannt“, erklärte Donnerstag vormittag ein Beamter des Verkehrsunfallkommandos der Bundespolizeidirektion Schwechat. Jedenfalls: Um 4.10 Uhr war bei der Autobahngendarmerie Alarm geschlagen worden. Zu diesem Zeitpunkt war der 79-jährige Petru B. aus Neuburg an der Donau (Bayern) auf der Autobahn bei Fischamend auf der Fahrbahn nach Osten – aber in Richtung Wien – unterwegs. Ein Streifenwagen der Autobahngendarmerie wollte den Mann nämlich dort aufhalten. Doch er brauste weiter.

Laut der Freiwilligen Feuerwehr Schwechat dürfte B. zumindest 16 Kilometer weit Geisterfahrer gewesen sein. Es gab aber auch Informationen, wonach der Mann gar schon bei Nickelsdorf – also an der Grenze zu Ungarn – auf die falsche Fahrbahn geraten sein könnte.

PKW frontal gegen LKW

Um 4.20 Uhr krachte es schließlich bei der Abfahrt Schwechat in der Nähe der Landesgrenze zwischen Wien und Niederösterreich. „Ein deutscher Lkw hat einen ungarischen Lkw überholt und war damit auf der zweiten Spur. Der deutsche Lkw prallte frontal mit dem Pkw zusammen“, hieß es bei der Polizei in Schwechat. Der Unglückslenker wurde in dem total zerstörten Wrack eingeklemmt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Der Lkw-Fahrer blieb unverletzt.

In der Folge musste die A4 in Richtung Osten für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Die Autos wurden bereits in Wien-Simmering abgeleitet. Der Stau auf der Autobahn reichte bald bis auf die Südosttangente zurück. Staus gab es auch auf der Simmeringer Hauptstraße und auf der B11. Gegen 9.00 Uhr konnte die Autobahn schließlich wieder freigegeben werden. Unangenehm war die Situation auch für Reisende, die mit dem Auto zum Flughafen unterwegs waren. Da wurde es knapp oder gar zu spät.

Spät Kommende umgebucht

Eine Sprecherin der Austrian Airlines: „Es sind einige Passagiere zu spät gekommen. Es war aber nicht sonderlich auffällig. Unsere Mitarbeiter waren schon vorbereitet und haben zu spät Kommende auf die nächsten Maschinen umgebucht.“ Zu solchen Problemen komme es ja immer wieder.

Was tun bei Geisterfahrer-Alarm

Möglichst ruhig bleiben. Das Tempo reduzieren – etwaige Ausweichmanöver müssen im niedrigen Geschwindigkeitsbereich durchgeführt werden, sonst droht Schleudergefahr. Auf gar keinen Fall überholen und versetzt fahren, denn wenn zwei Fahrzeuge nebeneinander fahren, kann kein Lenker ausweichen. Die Alarmblinkanlage einschalten.

Nach Möglichkeit einen Parkplatz aufsuchen und warten bis über das Radio eine Entwarnung durchgegeben wird. Wenn man einen Geisterfahrer sieht, alarmieren Sie über die nächste Notrufsäule die Autobahnmeisterei, die dadurch automatisch den genauen Standort erkennt. Dazu ist das Halten auf dem Pannenstreifen erlaubt. Beim Hilferuf mit dem Handy muss man auf die genauen Autobahnkilometer achten, um den Abschnitt präzisieren zu können. In erster Linie sollte man versuchen sich selbst zu schützen und keinesfalls die Verfolgung eines Geisterfahrers aufnehmen.

Was tun, wenn man selbst zum Geisterfahrer geworden ist?

Wenn man merkt, dass man selbst zum Geisterfahrer geworden ist, sollte man sofort die Warnblinkanlage und das Abblendlicht einschalten, um andere Lenker zu warnen. Sofort das Tempo reduzieren. Man soll so weit wie möglich an den nächstgelegenen Fahrbahnrand fahren, sofort anhalten, hinter der Leitplanke Schutz suchen und auf das Eintreffen der Exekutive warten. Niemals die Fahrbahn kreuzen, da man im Stress leicht ein sich näherndes Fahrzeug übersehen kann. Auf keinen Fall sollte man versuchen mit dem Fahrzeug zu wenden oder mit dem Rückwärtsgang die Autobahn wieder zu verlassen, denn das Risiko, dadurch herankommende Fahrzeuge zu gefährden, ist viel zu hoch.

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