Geiseln fliehen in Scharen vor den Terroristen

Islamistische Entführer fordern Rückzug der Armee vom Gelände.
Islamistische Entführer fordern Rückzug der Armee vom Gelände. ©EPA
Mehr als 30 algerischen Geiseln ist offenbar die Flucht von einem algerischen Ölfeld nahe der Grenze zu Libyen gelungen, wo sie von einer der Al-Kaida im Maghreb (AQMI) nahestehenden Gruppe festgehalten wurden, wie die algerischen Nachrichtenagentur APS am Donnerstag meldete. Mindestens 41 Ausländer, darunter auch ein Österreicher, und gut 100 Algerier sind weiterhin Geiseln der Entführer.
Auch Österreicher unter den Geiseln
Ausländer in Algerien in Geiselhaft
Befreiungsversuch fehlgeschlagen

Auch Fünfzehn Ausländer, darunter ein französisches Paar, sind laut algerischen Medienberichten am Donnerstag offenbar von dem algerischen Gasfeld entkommen, wo sie von einer islamistischen Terrorgruppe festgehalten worden waren. Die Berichte des Privatsenders Ennaha bezogen sich auf eine “offizielle Quelle”.

Drei mutmaßliche Geiseln forderten am Donnerstag telefonisch gegenüber dem Fernsehsender Al-Jazeera einen Rückzug der algerischen Armee. Ein Brite, ein Ire und ein Japaner sagten die rund um das Gasfeld stationierten algerischen Soldaten müssten abziehen und die Schüsse gegen die Anlage einstellen, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden und eine Verhandlungslösung zu ermöglichen. In der Nacht auf Donnerstag war laut algerischen Medienberichten ein Befreiungsversuch des algerischen Militärs fehlgeschlagen.

Rückzug der Armee gefordert

Die mutmaßlichen Geiseln wiederholten damit eine Forderung von einem der Entführer, der sich mit dem Pseudonym Abu al-Baraa präsentierte und sich zuvor auf Al-Jazeera zu Wort gemeldet hatte. “Wir fordern den Rückzug der algerischen Armee, um Verhandlungen ermöglichen zu können”, sagte al-Baraa dem Sender.

Mittwochabend hatte eine mutmaßliche französische Geisel gegenüber dem Nachrichtensender “France24” angegeben, die Geiseln würden in einem mit Sprengfallen präparierten Gebäude auf einem BP-Gasfeld festgehalten. Mehrere Geiseln trügen Sprengstoffgürtel, um mögliche Angriffe von Sicherheitskräften zu verhindern.

Die Geiselnehmer, die nach eigenen Angaben einer Splittergruppe der Al-Kaida im Maghreb (AQMI), dem sogenannten “Blutsbataillon”, angehören forderte ein Ende des französischen Militäreinsatzes gegen Islamisten in Mali. Die Geiselnahme habe deshalb in Algerien stattgefunden, weil das Land seinen Luftraum für die französische Luftwaffe geöffnet hätte.

(APA)

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