Geiger: "Habe keinen Amtsmissbrauch begangen!"

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"Nicht schuldig! Ich habe keine Razzia verraten! Ich habe keinen Amtsmissbrauch begangen!", wies Ernst Geiger die Vorwürfe des Staatsanwalts zurück.

Er sei einer Intrige seines ehemaligen Vorgesetzten, des mittlerweile außer Dienst gestellten und wegen mehrfachen Amtsmissbrauchs in erster Instanz abgeurteilten Wiener Landespolizeikommandanten Roland Horngacher zum Opfer gefallen.

Dieser habe ihn mit Hilfe des Leiters der Kriminaldirektion (KD 1), Roland Frühwirth, aus dem Weg schaffen wollen, sagte Geiger: “Horngacher wollte mich vernichten. Und er hat es auch geschafft.”

Als Motiv nannte der frühere Spitzen-Polizist “Feindschaft”. Geiger hielt mit seiner abschätzigen Meinung über Horngacher nicht hinterm Berg: “Er hat sich wie ein Napoleon aufgeführt. Er hat Mitarbeiter in die Frühpension gemobbt, Leute kreuz und quer versetzt, Razzien ohne Rechtsgrundlage durchgeführt. Ich hab’ die Dinge auch aufgezeigt, aber es ist nichts passiert.”

Frühwirth war für Geiger “Horngachers Vertrauensperson, der ihm alles gemacht hat”. So auch am 26. Jänner 2006 eine Anzeige gegen Wolfgang B., den Geschäftsführer der “Goldentime”-Sauna, die Telefonüberwachungen zur Folge hatte, “die meiner Meinung nach nicht genehmigt hätten werden dürfen, weil kein begründeter Tatverdacht gegeben war”, wie Geiger feststellte.

Diese Überwachungen zeichneten ab 12. Februar 2006 auch Dutzende Telefonate zwischen dem Betreiber der FKK-Sauna, die laut Anklage in Wahrheit ein Bordell war, und einem der ranghöchsten Wiener Polizisten auf, die eine private Freundschaft verband. Letzteres stellte Geiger nicht in Abrede. B., der vor wenigen Wochen völlig überraschend einem Herzinfarkt erlag, sei “für mich ein guter Freund” gewesen.

Dessen ungeachtet hätte er diesem unter keinen Umständen eine in seinem Etablissement vorgesehene Razzia verraten: “Dafür hätte ich meinen Beruf nicht aufs Spiel gesetzt! Und er hätte auch gar nix davon gehabt!”

Die beiden Männer hatten sich 1999 kennengelernt, als sie sich auf den Wien-Marathon vorbereiteten. “Sein Umgang war für mich damals völlig unbedenklich”, hielt Geiger fest. B. sei mit dem ehemaligen Innenminister Karl Schlögl verschwägert gewesen, habe mit diesem eine Immobilienfirma betrieben, damit aber wirtschaftlichen Schiffbruch erlitten.

In weiterer Folge habe B. das “Goldentime” übernommen: “Er war Geschäftsführer. Mehr weiß ich nicht.” Auf weiteres Nachfragen wurde Geiger dann doch deutlicher: “Das war sicher ein Ort, wo man gegen Bezahlung Geschlechtsverkehr haben konnte. Es war ein legaler bordellartiger Betrieb.”

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