Geheimdienstchef distanziert sich von Irakbericht

Der britische Ex-Geheimdienstchef John Scarlett hat sich am Dienstag von dem 2002 vorgelegten Regierungsbericht über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak distanziert. Die Anmerkung des damaligen Regierungschefs Blair im Vorwort, der Geheimdienst habe die Existenz solcher Waffen "zweifelsfrei" belegt, basiere nicht auf Geheimdienstinformationen, die Scarlett im Hauptteil dargestellt habe.

Vor dem Untersuchungsausschuss über die britische Rolle im Irak-Krieg sagte Scarlett, Kritik an Blair habe ihm als damaligen Geheimdienstchef nicht zugestanden. “Das Vorwort war eine offenkundig politische Aussage des Premierministers. Es waren durchgängig seine Worte und seine Kommentierung.”

Scarlett hatte das Dossier verfasst, das Blair im September 2002, ein halbes Jahr vor Beginn des Kriegs, vorstellte. In dem Bericht hieß es, der damalige irakische Regierungschef Saddam Hussein könne innerhalb von 45 Minuten Massenvernichtungswaffen einsetzen. Briten und Amerikaner hatten sich auf diese Aussage als Notwendigkeit für einen Einmarsch in den Irak gestützt.

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