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Gefasste Enttäuschung bei ausgebooteten Spielern

Jenes Septett, das nicht den Sprung in Österreichs offiziellen EM-Kader geschafft hat, reagierte großteils gefasst auf die Entscheidung von Teamchef Hickersberger.

Am frühen Mittwochnachmittag verließen die ausgebooteten Marc Janko, Stefan Maierhofer, Andreas Dober, Sanel Kuljic, Andreas Ibertsberger, Markus Weissenberger und Franz Schiemer dennoch sichtlich betrübt das Teamhotel am Fuße des Grazer Schlossbergs.

Während ihre nominierten Kollegen wie Ümit Korkmaz oder Erwin Hoffer zu einem Stadtbummel aufbrachen und Joachim Standfest seine beiden kleinen Töchter herzte, bestiegen die Nicht-Berücksichtigten eilig ihre Taxis.

Äußerst gefasst reagierte Franz Schiemer: “Man muss das akzeptieren”, erklärte der Innenverteidiger. “Der Teamchef hat es so begründet, dass die Wahl zwischen mir und Jürgen (Patocka, Anm.) gefallen ist, und der Jürgen hat in der abgelaufenen Saison 35 Spiele gemacht. Ich habe in der Vorbereitung doch ziemliche Knöchelprobleme gehabt, das hat sich auch ein bisschen durch die Saison durchgezogen. Aber es geht weiter. Der Jürgen hat es sich absolut verdient.”

Markus Weissenberger, der sich während der letzten Tage erst langsam von einer in der Vorbereitung erlittenen Oberschenkelverletzung erholte, wollte “erst meine Gedanken ordnen”. Dennoch präzisierte er: “Okay, ich habe in Deutschland nicht besonders gut gespielt. Aber die Begründung des Teamchefs ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich bin sicher, dass ich am Montag wieder fit gewesen wäre. Bei einem Spieler aus der Stamm-Elf hätte er das nicht gemacht. Das Team ist aber auch in Zukunft ein Thema, deswegen gebe ich sicher nicht auf.”

Stürmer Marc Janko war “riesig enttäuscht. Aber es heißt aufstehen nach der Niederlage. Im Sport muss man nach vorne blicken. Mein Ziel heißt Salzburg und Vorbereitung auf die Champions League. Ich wünsche dem Team alles Gute und werde die Daumen drücken.” Der 24-Jährige erinnerte zudem an die plötzliche Erkrankung von Tormann Helge Payer: “Wenn man sieht, was ihm passiert ist, hat das nicht mehr so große Bedeutung.”

Auch Außenverteidiger Andreas Ibertsberger verhehlte den Frust kaum: “Natürlich ist man enttäuscht, ich habe nicht damit gerechnet, dass ich nicht dabei bin. Aber ich spiele nächste Saison in der ersten deutschen Bundesliga”, erklärte der Hoffenheim-Legionär. Hatte der Teamchef eine plausible Erklärung parat? “Nein. Für mich nicht.”

Stürmer Stefan Maierhofer hielt sich äußerst knapp: “Ich sage nichts, was ich später bereuen könnte. Die anderen Spieler waren besser, das ist mein Kommentar.” Außenverteidiger Andreas Dober verwies lediglich darauf, dass die Entscheidung des Teamchefs zu akzeptieren sei. Sanel Kuljic wollte keinen Kommentar abgeben. Ob er enttäuscht sei? “Ich habe zwei gesunde Kinder zu Hause.”

Kapitän Andreas Ivanschitz gab sich staatsmännisch: “Der Teamchef hat den Spielern in Einzel- und Gruppengespräch seine Entscheidung bekanntgegeben”, erklärte der Griechenland-Legionär. “Aber jeder hat alles gegeben, niemand hat sich etwas vorzuwerfen. Es können eben leider nur 23 Mann dabei sein.”

In einer vom ÖFB veröffentlichten Stellungnahme äußerte sich Rapid-Stürmer Stefan Maierhofer ausführlicher. “Klar ist die Enttäuschung da. Aber was ich in den drei Jahren im professionellen Fußball erreicht habe, ist außergewöhnlich, ich bin stolz auf mich. Auch wenn ich enttäuscht bin, ich habe jetzt neue Ziele, möchte mit meinem Verein ins internationale Geschäft. Jetzt werde ich einmal abschalten und mich erholen. Ich bin eine Stufe runtergefallen, aber ich gehe mit großen Schritten auf jeden Fall drei Stufen wieder rauf.”

Auch Maierhofers Clubkollege Andreas Dober gab zu, sehr enttäuscht zu sein. “Jetzt mache ich zwei Wochen Urlaub, dann konzentriere ich mich voll auf Rapid, auf die Champions League und die Verteidigung des Titels.”

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