Gedenkveranstaltungen zu den Novemberpogromen in Wien

Der Gedenkmarsch "Light of Hope" zieht wieder durch Wien.
Der Gedenkmarsch "Light of Hope" zieht wieder durch Wien. ©APA/HANS PUNZ
Zahlreiche Veranstaltungen in Wien sollen in den kommenden Tagen an die Novemberpogrome im Jahr 1938 erinnern, darunter der Gedenkmarsch "Light of Hope", diverse Matineen, Lesungen und Filme.

In der Nacht auf den 10. November 1938 begann im gesamten Dritten Reich die systematische Vertreibung, Enteignung und Ermordung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus. Mehrere Gedenkveranstaltungen sollen in den kommenden Tagen an daran erinnern.

Gedenkmarsch "Light of Hope" zieht durch Wien

Bereits am Donnerstag (7. November) veranstaltet die Jugendkommission der Israelitischen Kultusgemeinde Wien den Gedenkmarsch "Light of Hope". Gestartet wird um 19.00 Uhr am Heldenplatz vor dem Eingang des Haus der Geschichte Österreich, wo zeitgleich die neue Ausstellung "Nicht mehr verschüttet. Jüdisch-österreichische Geschichte in der Wiener Malzgasse" eröffnet.

Die Abschlusszeremonie des "Light of Hope"-Marschs findet am Judenplatz satt.

Novemberpogrom: Matineen, Filme und Lesungen zum Gedenken

Am Freitagvormittag folgt eine Gedenkmatinee im Jüdischen Museum, die von ORF III live übertragen wird. In der vom Bundeskanzleramt, der Israelitischen Kultusgemeinde und dem Jüdischem Museum Wien gemeinsam ausgerichteten Veranstaltung kommen Zeitzeugen sowie Angehörige zu Wort, darunter Hans Menasse, Dora Schimanko und Jenny Mitbreit.

Um 17.00 Uhr zeigt die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) den Film "The Class of '38. Exile & Excellence" im Festsaal der Akademie, Ehrengast der Veranstaltung ist der Nobelpreisträger Eric Kandel. Um die Lebensgeschichten auch für künftige Generationen zu bewahren, hat die ÖAW eine Webseite zum Film gestaltet. Anhand von Porträts können Schüler mehr über die Schicksale der befragten Wissenschafter erfahren.

Auch Wiener Theater stimmen ins Gedenken ein

Am Sonntag schließlich stimmen das Volkstheater und das Theater in der Josefstadt ins Gedenken ein: Die Matinee am Volkstheater (11.00 Uhr) widmet sich in einer szenischen Lesung dem autobiografischen Text "Der verlorene Ton" von Lida Winiewicz, in dem die Autorin ihr Überleben in Wien während des Zweiten Weltkriegs aufgearbeitet hat.

In der Regie von Jonas Schneider präsentieren Ensemblemitglieder Auszüge aus dem Text. Anschließend signiert die 91-jährige Autorin am Büchertisch, wo auch ihr jüngst erschienenes Buch "Achterbahn. Vom Schreiben leben" aufliegt.

Am Sonntagabend steht im Theater in der Josefstadt die Lesung "Es kann nicht wahr sein" auf dem Programm. Mit der Lesung aus historischen Originaldokumenten der Strafverfahrensakten des Volksgerichts Wien will man an die zahlreichen Opfer und die Folgen der Geschehnisse des Novemberpogroms 1938 erinnern. "Anhand einzelner Fallbeispiele wird die 'Banalität des Bösen', aber auch die Schonungslosigkeit, die bereits zu dieser Zeit auch in der einfachen Bevölkerung verbreitet war, deutlich", heißt es in der Ankündigung. Aus den Akten lesen unter anderem Maria Köstlinger, Michael Dangl und Johannes Krisch.

Themenschwerpunkt im TV

Einen Schwerpunkt anlässlich des Jahrestages gibt es auch in ORF III am 8. November: Den Auftakt macht um 9.00 Uhr die Dokumentation "Die Vertreibung der Intelligenz", in der 16 Wissenschafter zu Wort kommen, die einst von den Nationalsozialisten aus Österreich vertrieben wurden. Darunter die Literaturwissenschafterin Ruth Klüger, der Neurowissenschafter Eric Kandel, der Physiker Walter Kohn und der Chemiker Martin Karplus.

Um 9.55 Uhr folgt die TV-Premiere von "Erika Freeman - Auf den Spuren eines unglaublichen Lebens": Der Film von Eberhard Büssem erzählt die Geschichte der Psychoanalytikerin, die mit zwölf Jahren als Jüdin vor dem Naziregime in die USA floh.

Es folgt die von Ernst Pohn und Sabrina Peer gestaltete ORF-III-Eigenproduktion "'Arisierung' - Der große Raubzug" (10.40 Uhr), um 11.30 Uhr überträgt der Sender die "Gedenkmatinee anlässlich der Novemberpogrome" live aus dem Jüdischen Museum Wien.

(APA/Red)

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