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Gedenkstätte Mauthausen: Heer-Offiziere lernen über den Holocaust

Die Gedenkstätte Mauthausen geht eine Kooperation mit dem Heer ein.
Die Gedenkstätte Mauthausen geht eine Kooperation mit dem Heer ein. ©APA/HARALD SCHNEIDER
Das Bundesheer und die Gedenkstätte Mauthausen schließen sich in einer "Ausbildungskooperation" zusammen. Offiziere und Unteroffiziere sollen sich mit dem Holocaust auseinandersetzen.

Eine Kooperation zwischen der Militärakademie Wr. Neustadt, der Heeresunteroffiziersakademie Enns und der Gedenkstätte Mauthausen haben Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Barbara Glück, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen vereinbart. Die zukünftigen Offiziere und Unteroffiziere sollen sich während ihrer Ausbildung mit Themen der KZ-Gedenkstätte auseinandersetzen. Die Umsetzung soll an der Militärakademie bereits im Wintersemester 2021 beginnen.

Holocaust als Teil der Ausbildung

Seit November 2020 gibt es regelmäßige Online-Meetings mit Experten des Bundesheeres und der Gedenkstätte Mauthausen. Dabei wurde, vom Status quo der Politischen Bildung und den bestehenden Strukturen im Bundesheer ausgehend, ein gemeinsames Konzept entwickelt. Die Inhalte werden bei der Offiziersausbildung Teil der Ausbildung "Führung, Recht und Moral" sein. Dabei soll auch die große Bedeutung von Streitkräften in demokratischen Gesellschaften beleuchtet werden.

Ausbildungsverantwortliche des Bundesheeres haben gemeinsam mit Pädagogen der Gedenkstätte Mauthausen konkrete Inhalte der Kooperation vereinbart. Als erster Schritt wurden dabei mögliche Anknüpfungspunkte in der Offiziers- bzw. Unteroffiziersausbildung identifiziert. Dabei wurden vier Themenbereiche festgelegt: Soldaten der Wehrmacht als Gefangene im Konzentrationslager Mauthausen, die Rolle der Wehrmacht im "Vernichtungskrieg" und Holocaust, Kriegsgefangene im Konzentrationslager Mauthausen und Wehrdienstverweigerer und Wehrmachtsdeserteure. Darüber hinaus sollen auch die Grundwehrdiener der Kaserne Melk mit dem Thema befasst werden. In der heutigen Kaserne Melk befand sich ein KZ-Außenlager.

Demokratische Grundwerte vermitteln

Verteidigungsministerin Tanner sieht die Kooperation als wichtigen Schritt."Die Kooperation zwischen der Militärakademie, der Heeresunteroffiziersakademie und der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist eine weitere Vertiefung unserer Zusammenarbeit. Gemeinsam wurden Inhalte erarbeitet, die in die Ausbildung unserer Offiziere und Unteroffizier einfließen werden", so Tanner.

Auch Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zeigt sich erfreut. "Ich freue mich sehr, dass die KZ-Gedenkstätte Mauthausen und das Österreichische Bundesheer eine schon bestehende Partnerschaft noch weiter vertiefen. Gemeinsam wollen wir eine in die Zukunft gerichtete Gedenkkultur stärken und demokratische Grundwerte vermitteln."

(APA/Red)

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