Gaza-Flotte - Ankunft weiterer Gaza-Schiffe unklar

Nach dem blutigen Angriff auf die Gaza-"Solidaritätsflotte" durch Israels Marine ist noch unklar, ob zwei weitere Schiffe mit Hilfsgütern planmäßig ihre Fahrt in Richtung Gazastreifen fortsetzen. Audrey Bomse, Sprecherin der pro-palästinensischen Organisation "Free Gaza", sagte am Dienstag, eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. Man wolle dies bis Mittwochmorgen beschließen.
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Das irische Schiff “Rachel Corrie” mit etwa zehn Passagieren sei bereits unterwegs. “Sie hat vorgestern Nacht Malta in Richtung Gaza verlassen und sollte heute in die Nähe von Kreta kommen”, sagte Bomse. Das Schiff fahre allerdings sehr langsam. Ein zweites Schiff unter US-Flagge werde noch in Zypern repariert.

“Wir wollen uns alle aufmachen als Antwort darauf, dass Israels kriminelle Aktionen uns nicht eingeschüchtert, sondern uns entschlossener als je zuvor gemacht haben”, sagte Bomse, die sich in Larnaka aufhält. Sie dementierte israelische Angaben, denen zufolge die Aktivisten bewaffneten waren, unter anderem mit Schusswaffen. “Dies sind Zivilisten”. sagte Bomse. “Stühle und Schlagstöcke sind nichts im Vergleich zu Gewehren.” Bilder der israelischen Armee von der Erstürmung zeigten, wie Soldaten von mehreren Aktivisten mit Schlagstöcken und Stühlen angegriffen wurden.

Bomse warf Israel Piraterie vor, weil die Schiffe in internationalen Gewässern aufgebracht wurden. Die Soldaten hätten zudem Panik und Verwirrung ausgelöst, weil sie in der Dunkelheit angegriffen hätten. “Dies war als friedlicher Widerstand geplant”, sagte sie. “Sie hätten es tagsüber tun sollen. Wenn man mitten in der Nacht aus Hubschraubern abspringt, fordert man Chaos heraus.”

Bomse sagte, man habe nicht mit dem Blutvergießen gerechnet. “Ich bedauere, dass es Gewalt gab, aber Israel hat angefangen”, meinte die Sprecherin. “Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass man weiter schießt. Wenn man auf Zivilisten schießt, dann auf die Beine. Warum sind so viele Menschen getötet worden?” Bei der Erstürmung des türkischen Schiffs “Marmara” waren am frühen Montag mindestens neun Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

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