Gaslieferungen gekürzt - In Wien tagt Krisenstab

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Russland hat seine Gaslieferungen an Europa gestoppt oder stark eingeschränkt. Nach Österreich kommen seit Dienstag früh nur mehr 10 Prozent der normalen Mengen an russischem Gas. In Wien tagt deswegen ein Krisenstab in der Regulierungsbehörde E-Control.

Die Versorgung sei unter den derzeitigen Bedingungen dennoch gesichert. Der Ausfall an russischem Gas werde über Speicher kompensiert, das heißt die bestehenden Gasreserven sind bereits angezapft. Die OMV ist mit der russischen Gazprom-Gruppe in Dauerkontakt.

In Wien tagt ab 10 Uhr ein Krisenstab in der Regulierungsbehörde E-Control. Das teilte eine Sprecherin der Behörde der APA mit. Man werde die Lage analysieren und verfolgen, ob sie noch ernster werden kann. Neue Informationen wurden vor Mittag zugesagt.

Bereits in der Nacht sei der OMV von russischer Seite eine Reduktion der Gaslieferungen um 30 bis 40 Prozent für den heutigen Dreikönigstag angekündigt worden, teilte der österreichische Konzern heute früh mit. In den frühen Morgenstunden sei es allerdings zu weiteren Lieferreduktionen gekommen: Derzeit würden lediglich rund 10 Prozent russisches Gas an Baumgarten geliefert.

Trotz der aktuell aufgetretenen signifikanten Einschränkung russischer Erdgaslieferungen sei, so betonte die OMV, eine Versorgung der Kunden unter den derzeitigen Bedingungen (Verbrauch, Wetter) bis auf weiteres gewährleistet. OMV und EconGas seien in permanentem Kontakt mit den zuständigen Stellen von Gazprom/Gazpromexport.

Die OMV Tochter EconGas habe derzeit ca. 1,7 Mrd. m3 Erdgas eingelagert. Um die Versorgungssicherheit weiterhin aufrechtzuerhalten, werde bereits Gas aus den Speichern ins österreichische Leitungssystem eingespeist. Das heißt, der aktuelle Ausfall von rund 90 Prozent an russischem Erdgas werde zur Gänze über die Speicher kompensiert, so die OMV.

Werner Auli, Vorstand der OMV für Gas & Power, ist mit seinen Leuten im laufenden Informationsaustausch mit den Partnern bei Gazprom/Gazpromexport. “Wir sind auch auf diese Situation entsprechend vorbereitet und haben daher zeitgerecht mit dem Zuschalten von Kapazitäten aus den Erdgasspeichern reagiert. Damit ist die Versorgungssituation bis auf weiteres sichergestellt.”

Der Österreichische Erdgasverbrauch liegt bei rund 8 Mrd. m3 pro Jahr.

51 Prozent der Erdgasaufbringung Österreichs stammen aus Russland, 31 Prozent aus Norwegen und anderen Staaten, und etwa 18 Prozent stammen aus österreichischer Gasförderung. Die OMV deckt mit ihrer österreichischen Gasförderung von 1,31 Mrd. m3 pro Jahr 16 Prozent des heimischen Erdgasbedarfs ab.

Die E-Control hat am frühen Vormittag ebenfalls betont, dass die Versorgung trotz der Importeinschränkung gewährleistet sei.

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