Gasleck: Total wusste seit Wochen von Problemen

Der Energiekonzern Total hat bereits mehr als einen Monat vor Bekanntwerden des Gaslecks an seiner "Elgin"-Plattform Probleme bei der Gasförderung in der betroffenen Bohrung festgestellt.
Der Energiekonzern Total hat bereits mehr als einen Monat vor Bekanntwerden des Gaslecks an seiner "Elgin"-Plattform Probleme bei der Gasförderung in der betroffenen Bohrung festgestellt. ©EPA
Der Energiekonzern Total sucht nach Wegen, um eine Fackel auf der Leck geschlagenen Nordsee-Gasplattform “Elgin” zu löschen und damit die Gefahr einer Explosion zu bannen. Anscheinend wurden bereits am 25. Februar Probleme an der Plattform"Elgin" festgestellt.
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Um die Flamme zu löschen, sind verschiedene Szenarien möglich. Dazu gehörten der Abwurf von Wasser aus Hubschraubern, der Einsatz von Löschschiffen oder der Einsatz von Stickstoff, teilte das britische Energieministerium am Freitag mit.

Die Fackel befindet sich etwa 100 Meter entfernt von einem Leck auf der Plattform, aus dem seit Tagen giftiges und hochexplosives Gas strömt. Sie wurde bei der Evakuierung der “Elgin” am Sonntag gezündet, um überschüssiges Gas abzufackeln. Gegenwärtig bläst der Wind die Gaswolke von der Fackel weg. Luftaufnahmen deuten dem Ministerium zufolge darauf hin, dass die Flamme kleiner geworden ist, womit sich das Problem von selbst lösen könnte.

Wie Gasleck geschlossen werden soll ist unklar

Das ausströmende Gas belastet das Meerwasser offenbar weniger als bisher angenommen. Der Teppich aus sogenanntem Gaskondensat, der in einer Ausbreitung von 22 Kilometern Länge und 4,5 Kilometern Breite auf dem Wasser schwimmt, habe insgesamt ein Gewicht von etwa 3,8 Tonnen, teilte das britische Ministerium für Energie- und Klimaschutz am Freitag mit.

Wie das Leck geschlossen werden soll, blieb vorerst unklar. Eine internationale Expertengruppe habe noch keine Empfehlung vorgelegt, teilte die britische Regierung weiter mit. Diskutiert wurden unter anderem eine Entlastungsbohrung – was sechs Monate dauern würde – oder das Einspritzen von schwerem Schlamm – schneller, aber auch gefährlicher.

Wie Management-Direktor Philipe Guys am Freitag bekanntgab, hat Total bereits mehr als einen Monat vor Bekanntwerden des Gaslecks an seiner “Elgin”-Plattform Probleme bei der Gasförderung in der betroffenen Bohrung festgestellt. Am 25. Februar seien zum ersten Mal Druckschwankungen festgestellt worden, so Guys. Von da an bis zum Verlassen der Plattform am vergangenen Sonntag sei versucht worden, die Probleme unter Kontrolle zu bekommen. Die Ursache für die Problematik sei derzeit nicht klar.

(APA)

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