Gasexplosion: Betroffene berichten

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Ein Knall wie ein Erdbeben - so beschreibt ein Bewohner des Hauses in der Annagasse 12 die nächtliche Explosion in der Innenstadt. Es gab zwei Detonationen, Fenster-scheiben barsten, die Gasse ist verwüstet. Die Anrainer sind geschockt.

Der Schrecken der gewaltigen Detonation, die gegen 4.30 Uhr das Lokal „Beck’s“ im Erdgeschoss in Schutt und Asche legte und die Gasse verwüstete, stand ihm – wie auch seinem Vierbeiner – ins Gesicht geschrieben. „Mein Hund ist ohnehin immer ein bisschen schreckhaft.“

Das Haus konnten sie nicht verlassen, alles war voller Rauch und Feuer. „Wir sind oben geblieben“, erzählte der Mann. Die Feuerwehr rettete sie schließlich über Leitern, seine Frau wurde mit Verdacht auf eine leichte Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Zwei Häuser weiter – im Hotel Römischer Kaiser in der Annagasse 16 – nahm der Nachtportier Andy Hana eine Feuerwalze wahr, die durch die Straße rollte. „Dann gab es eine riesige schwarze Wolke. Ich habe die Gäste aufgeweckt.“ Durch die Explosion waren die Telefon- und Internetverbindungen des Hotels gekappt.

Die US-Touristin Deborah Carlton und ihre Tochter wachten von allein durch die Explosion auf. „Ich hörte zwei Detonationen und sah eine riesige Feuerwand. Dann schrie ein Mann ’Feuer’, und eine Frau rief um Hilfe. Das Nächste war dann, dass ich mich anzog, mir die Kamera griff und auf die Straße rannte, um Fotos zu machen“, erzählte die Frau aus Washington D.C.

Gasse verwüstet

In der Früh glich die Annagasse einem Trümmerfeld. Praktisch in der gesamten Gasse lagen die Scherben zerborstener Fensterscheiben. Der Bereich vor dem Lokal war völlig verwüstet. Das Haus selbst war verrußt, die Inneneinrichtung im Lokal existierte nicht mehr. Daneben hatte eine Galerie ihre Auslagenscheibe verloren. Ein Feuerwehrmann trug eine – unversehrte – Katze in einem Korb aus dem verkohlten Gebäude.

Auch in einer Bar vis a vis waren die Fenster geplatzt – trotz dicker Eisengitter. Von einer Leuchttafel über der Bar hing nur noch ein verbogener Metallrahmen. Der Besitzer der Bar – ihm gehörte früher das „Beck’s“ unter dem Namen „Cherie“ – erzählte den Journalisten, dass das Lokal vor Kurzem neu übernommen worden war. „Mir ist es zu klein geworden, deshalb bin ich in das Haus vis a vis gezogen.“

Angeblich soll es in den vergangenen Wochen ein bisschen Aufregung um das „Beck’s“ gegeben haben. „Es war erst in der vergangenen Woche ein Streit in dem Lokal. Da ist sogar die Cobra gekommen“, erzählte ein Augenzeuge. Über Auslöser und Hintergründe des Vorfalles konnte er allerdings nichts sagen.

Die Bewohner der Annagasse 12 wurden in der Früh vom Akutdienst der Stadt Wien betreut. „Das wichtigste ist, wann sie wieder in ihre Wohnungen dürfen. Jetzt durften sie ja nur ganz kurz ihre wichtigsten Habseligkeiten holen“, sagte eine Mitarbeiterin der APA. Die Anrainer seien natürlich geschockt.

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