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G8: Größte Sicherheitsaufgebot für Kanada

In Calgary herrscht wegen des Weltwirtschaftsgipfels Ausnahmezustand. "Es ist die größte Sicherheitsoperation, die jemals zu Friedenszeiten organisiert wurde".

Die wichtigste Straßenbahnhaltestelle im Zentrum ist geschlossen, den Touristen wird vom Stadtbummel abgeraten, an vielen Ecken stehen Polizisten in angsteinflößenden schwarzen Kampfanzügen: In Calgary herrscht wegen des Weltwirtschaftsgipfels Ausnahmezustand. „Es ist die größte Sicherheitsoperation, die jemals zu Friedenszeiten in Kanada organisiert wurde“, sagt stolz James Johnston von der Königlichen Gendarmerie.

Über die genaue Zahl an eingesetzten Polizisten und Soldaten hüllt sich die kanadische Regierung in Schweigen. Die Zahl muss in die Zehntausende gehen. Aus dem ganzen Land wurden Einheiten nach Calgary geschickt. Unter anderem Steve, der aus dem fernen Montreal kommt. Der 41-jährige Polizist war schon öfter auf Außeneinsätzen. „Aber so etwas habe auch ich noch nicht erlebt.“

Dabei findet der Gipfel gar nicht in Calgary statt, sondern hundert Kilometer weiter in den Rocky Mountains. Die kanadische Regierung als Gastgeber hofft, mit der Wahl des Gipfelortes den Globalisierungsgegnern ein Schnäppchen geschlagen zu haben. Zu dem für die Olympischen Winterspiele 1988 aus dem Boden gestampften Ski-Ressort Kananaskis gibt es nur eine Zufahrtstraße – und die ist abgeriegelt.

„Es ist unglaublich“, erzählt Anne. Normalerweise ist sie Schulbusfahrerin. Jetzt in den Ferien wurde sie extra angeheuert, um offizielle Gäste oder auch Journalisten zu kutschieren. Einmal führte sie die Fahrt bereits in die am Horizont aufragenden Rocky Mountains. „Normalerweise brauche ich bis Kananaskis rund eine Stunde“, erzählt sie. „Diesmal waren es zwei.“ Zuletzt sei ihr Auto fast jede Meile angehalten worden. „Insgesamt wurde ich bestimmt ein Dutzend Mal kontrolliert.“

All diese Sicherheitsvorkehrungen haben nur ein Ziel: Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russlands sollen ganz ungestört bleiben – fernab von möglichen Belästigungen von Globalisierungsgegnern. Deshalb wurde rings um Kananaskis ein rigoroser Sicherheitskordon gezogen. Woher auch immer man kommt, ob mit dem Auto auf der offiziellen Straße oder zu Fuß durch das umliegende Naturschutzgebiet: 6,5 Kilometer vor dem Skiressort ist Schluss.

Doch nicht nur am Boden wollen die Sicherheitskräfte durchgreifen – und nicht nur gegen Demonstranten. Vor allem seit dem 11. September wurden auch die Möglichkeiten terroristischer Anschläge verschärft ins Visier genommen. Im Umkreis von 157 Kilometer um Kananaskis ist die Luft gesperrt, es herrscht ein totales Überflugverbot. Nur die Hubschrauber der Staats- und Regierungschefs dürfen durch.

Alle anderen Maschinen sollen gestoppt werden, notfalls mit Gewalt: „Uns stehen alle Möglichkeiten der Verteidigung zur Verfügung“, sagt Armeegeneral Ivan Fenton. Dazu zählten beispielsweise auch Boden-Luft-Raketen. „Wir sind auf alles vorbereitet, was man sich nur vorstellen kann.“

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