Fußball: USA absolvierten erstes Training in Wien - ohne Dempsey

Terrence Boyd (2.v.l.) beim Trainings der US amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft in Wien
Terrence Boyd (2.v.l.) beim Trainings der US amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft in Wien ©APA
Am Samstagabend hat das US-amerikanische Fußball-Nationalteam sein erstes Training nach der Landung in Wien absolviert - im Ernst-Happel-Stadion. Nicht mit von der Partie war der verletzte Clint Dempsey.
Beim Training in Wien
Boyd verstärkt US-Team

Teamchef Jürgen Klinsmann und Assistent Andreas Herzog starteten das Training in Wien mit einer Laufeinheit über die zum Teil bereits dunklen Trainingsplätze des Ernst-Happel-Stadions. Die USA sind am Dienstag (20.45 Uhr/live ORF eins) der letzte Länderspielgegner Österreichs im Jahr 2013.

Clint Dempsey ist out

Die Reise nicht mitgemacht hat neben Rekordtorschütze Landon Donovan, der an Knöchelproblemen laboriert, mit Clint Dempsey ein weiterer Routinier. Der Flügelspieler, Teamkollege des Österreichs Michael Gspurning bei den Seattle Sounders, stand schon beim 0:0 am Freitag in Schottland wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel nicht mehr im US-Aufgebot. Dempsey hatte 2013 bereits sechs Länderspieltore erzielt.

Terrence Boyd hofft auf Chance

“Wir haben einige Verletzungen, aber dadurch erhalten andere Spieler eine Chance”, erklärte Klinsmann. Stürmer Terrence Boyd etwa, der auf den Trainingsplätzen des Happel-Stadions sonst für Rapid die Schuhe schnürt. In Glasgow kam der 22-Jährige zu einem Kurzeinsatz. “Ich hoffe schon, dass ich wieder eine Chance bekomme”, sagte Boyd. “Aber das liegt am Trainer und am Spielverlauf.”

US-Nationalteam wohnt in Innenstadthotel

Die US-Amerikaner landeten am frühen Nachmittag aus Glasgow kommend in Wien-Schwechat, sie residieren in einem Wiener Innenstadthotel. Sie sind erstmals seit einem WM-Test im April 1998 (3:0 für USA) in Österreich zu Gast.

Das ÖFB-Team kehrt erst am Sonntag aus einem einwöchigen Trainingslager in Orihuela bei Alicante zurück. Das erste Training von David Alaba und Co. in Wien ist für den Nachmittag angesetzt.

Boyd sieht USA im Vorteil 

Mit Begeisterung führte Terrence Boyd seine Landsleute über das Gelände, auf dem er sonst an seiner Torschusstechnik arbeitet. Boyd ist auf den Trainingsplätzen des Ernst Happel Stadions zu Hause. Nebenan hofft der Rapid-Stürmer am Dienstag auf einen weiteren Kurzeinsatz im US-Nationalteam. Die Chancen im abschließenden Länderspiel des Jahres gegen Österreich bezifferte er mit 60:40 für die USA.

Offene Rechnung mit Rapid

“Ich freue mich sehr auf dieses Spiel. Es ist ein bisschen ungewöhnlich, als Gast hier zu sein, wo man sich sonst jeden Tag umzieht”, erklärte Boyd. Die Motivation ist da – nicht nur aufgrund der WM in Brasilien, auf die der 22-Jährige hofft. Boyd hat auch mit seinen Rapid-Kollegen eine Rechnung offen. “Ich kann den anderen in der Kabine endlich beweisen, dass die USA besser sind als Österreich”, sagte er mit einem Lächeln.

Die Qualität im US-Team sei groß. “Die Chancen stehen 60:40 für uns”, meinte Boyd, der gegen das ÖFB-Team wie zuletzt beim 0:0 in Schottland auf einen Kurzeinsatz hofft. Es wäre sein zwölftes Länderspiel, Tor ist ihm bisher noch keines gelungen. “Es wäre doppelt schön, hier zum ersten Mal für die USA zu treffen”, versicherte Boyd. “Gegen Österreich würde es mich aber gar nicht so sehr freuen. Ich fühle mich hier in Österreich und bei Rapid sehr wohl.”

Werdegang des Stürmers

Der in Deutschland aufgewachsene Sohn eines US-Soldaten war im Vorsommer von Borussia Dortmund II nach Wien gewechselt. Die Formkurve zeigte in den vergangenen Wochen nach oben. Sieben Ligatore hat der kopfballstarke Angreifer in dieser Saison bereits erzielt, dazu kam zuletzt ein Doppelpack in der Europa League gegen KRC Genk (2:2) – natürlich im Wiener Prater.

WM-Teilnahme ist großes Thema

Auch die WM-Teilnahme hat Boyd trotz des Konkurrenzkampfes im US-Sturm noch lange nicht abgeschrieben. “Es wird langsam ernst. Wir haben nicht mehr viele Spiele. Ich will zeigen, dass ich das Ticket verdient habe”, betonte der Rapidler. “Die Spielzeit, die ich bekomme, muss ich nutzen.” In seiner Wahlheimat werden es höchstens wieder einige Minuten sein. Jozy Altidore gilt im Sturmzentrum als gesetzt.

“Jozy ist ein Riesenspieler. Er ist ein Vorbild für mich, alleine wie er die Bälle sichert”, sagte Boyd über den Sunderland-Star (24), mit dem er bei Teamzusammenkünften besonders viel spricht. “Ich kann mir von ihm sehr viel abschauen.” Als eigenen Trumpf sieht Boyd seinen eisernen Willen. “Ich bin bereit, zu kämpfen.” Auch um einen Platz im 23-köpfigen WM-Aufgebot.

(apa/red)

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