Friedmann fliegt aus Kultusgemeinde

Streit eskaliert: Der Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) hat einstimmig beschlossen, den US-Bürger Moishe Arye Friedman auszuschließen.

In einer Presseaussendung von IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer vom Freitag werden Friedman „grob schädigendes Verhalten, insbesondere seine Kontakte zu geschichtsrevisionistischen, antisemitischen Kreisen, und einschlägige Äußerungen“ vorgeworfen. „Er hatte bereits mehrere Jahre Hausverbot in allen Synagogen der IKG. Eine Anzeige wegen des Verbrechens der Verharmlosung des Holocaust wurde von der IKG, dem Dokumentationszentrum des Österreichischen Widerstandes und Einzelpersonen erstattet“, heißt es in der Mitteilung.

Friedman, der die behördliche Anerkennung einer antizionistischen „Orthodoxen Jüdischen Kultusgemeinde Wien“ beantragt hatte, wirft „den Zionisten“ in Israel vor, einen „Terror- und Apartheidstaat“ errichtet zu haben. Im Jahr 2000 hatte er die Kritik der israelischen Regierung an der Bildung der ÖVP-FPÖ-Regierung vehement zurückgewiesen. Er verteidigte auch den freiheitlichen Politiker, Wiener Ex-Bundesrat und ehemaligen Bundesheer-Oberst John Gudenus, der zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt worden ist, weil er den Holocaust geleugnet bzw. gröblich verharmlost hatte.

„Friedman hatte über Jahre hindurch versucht, als ’orthodoxer Jude’ bzw. selbst ernannter ’Oberrabbiner’ aufzutreten, trat jedoch im Gegensatz dazu auch am für religiöse Juden heiligen Shabbat auf Demonstrationen auf, und wurde bereits vor Jahren von allen namhaften Wiener orthodoxen und ultraorthodoxen Rabbinern und der europäischen Rabbinerkonferenz als Lügner bezeichnet. Er pflegte intensive Kontakte zu rechtsradikalen und islamistischen Kreisen. Zuletzt nahm er an der Holocaustleugnerkonferenz in Teheran teil. Seine Finanzquellen sind unbekannt“, erklärte Fastenbauer.

Der israelische Botschafter in Österreich, Dan Ashbel, hatte in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ (TT) zu der Teilnahme von Friedman an der umstrittenen Konferenz in Teheran erklärt: „Der so genannte Rabbi Friedman ist immer dabei, wo er provozieren kann.“ Friedman war auch mit dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad zusammengetroffen, der dem Staat Israel das Existenzrecht abgesprochen hat.

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